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23. Juli 2026Die Entwicklung einer Wachstumsmentalität ist für Führung und organisatorische Agilität unerlässlich, aber wo fängt man an?
Die Entwicklung einer Wachstumsmentalität ist für Führung und organisatorische Agilität unerlässlich, aber wo fängt man an? In diesem Beitrag möchte ich Dir eine einfache und dennoch äußerst wirksame Strategie vorstellen, mit der Du eine agile, wachstumsorientierte Kultur aufbauen und Widerstände von Kollegen („Ja, aber…“) umgehen kannst, die ständig anderen die Schuld geben und deren Lieblingskommentar lautet: „Das wird hier niemals funktionieren.“
Nutze eine einzige Frage, um die Suche nach Möglichkeiten anzustoßen
Jedes Mal, wenn Dein Team oder Deine Organisation vor einer Herausforderung steht, die Du bewältigen möchtest, stelle Deinem Team eine einzige, offene Frage, die zur Suche nach Lösungen anregt.
Zum Beispiel: „Welche Chance verbirgt sich hier?“
Höre dann auf zu reden. Lass die Frage wirken. Warte.
Wenn jemand widerspricht oder vom Thema abschweift, lenke seine Aufmerksamkeit behutsam wieder auf die Frage zurück. Wenn jemand mit „Ja, aber …“ kommt, antworte sanft mit etwas wie: „Ich verstehe Dich. Ich sehe, dass das ein Problem ist. Was könnte also die Chance hier sein?“
Sei geduldig, und die Antworten werden kommen.
Sie werden vielleicht überrascht sein von der Vielzahl und Tiefe der Erkenntnisse, die Ihre Mitarbeiter einbringen. Oder vielleicht auch von Ihnen selbst, wenn Sie selbst über diese Frage nachdenken.
Stelle dann die nächste Frage
Je nach Situation treibst Du den Prozess voran, indem Du eine neue, einzelne Frage stellst, die die Teilnehmer auf den Punkt bringt und sie dazu anregt, weiter zu forschen. Eine weitere Frage könnte lauten:
- Was möchtest Du dagegen tun?
- Wenn Wir X tun würden, was würde sich für uns dadurch eröffnen?
- Wenn Wir den Zweck unseres Teams / unserer Geschäftseinheit / unserer Organisation betrachten, was müssen Wir anders machen, um uns wieder an diesem Zweck auszurichten?
- Wenn Wir das beste, klügste und mutigste Unternehmen der Welt wären, was würden Wir dann tun, was Wir derzeit nicht tun?
- Was ist noch möglich?
Warum das funktioniert
Aus rein neurologischer Sicht umgeht eine solche einzelne Coaching-Frage die schützenden Angstreaktionen, die normalerweise im Gehirn durch die Amygdala aufgrund unbewusster Überzeugungen – wie beispielsweise negativer Erfahrungen aus der Vergangenheit oder anderer Blockaden – ausgelöst werden. Stattdessen aktivieren sie den präfrontalen Kortex im Gehirn, wo kluge und innovative Ideen entstehen. Hier ein Beispiel.
Szenario: Du leitest eine Teambesprechung, und einer Deiner extrovertiertesten Kollegen dominiert ständig das Gespräch und lässt andere nie zu Wort kommen.
Option 1 – Feedback (oder versteckte Vorwürfe): „Tom, mir fällt auf, dass Du ständig redest und die anderen keine Gelegenheit bekommen, sich einzubringen. Bitte lass auch die anderen zu Wort kommen.“ – Trotz Deiner Bemühungen, ruhig zu klingen, kann Deine Frage Toms Amygdala auslösen und eine Abwehrreaktion aktivieren, während sie gleichzeitig eine leicht angespannte Atmosphäre im Raum schafft, falls die anderen bereits von seinem Verhalten genervt sind.
Option 2 – Eine einzige Coaching-Frage: „Toms Anmerkungen sind hilfreich. Es wäre gut, auch andere Perspektiven zu hören. (Pause) Wie können wir sicherstellen, dass jeder die Chance bekommt, sich einzubringen?“ – Halte inne und warte. Auf diese Weise regst Du den präfrontalen Kortex Deines Teams an, und alle Anwesenden werden vergessen, über das Problem nachzudenken, da sich ihr Gehirn darauf konzentriert, Wege zu finden, wie sichergestellt werden kann, dass sich jeder einbringt. Neue neuronale Verbindungen werden aktiviert, während sich lösungsorientiertes Denken entfaltet.
Auf diese Weise kannst Du ein Gefühl der „Möglichkeit“ anstelle von „Unmöglichkeit“, „Schuldzuweisung“ oder „Stagnation“ auslösen. So kannst Du eine Kultur der Schuldzuweisung beenden und damit beginnen, eine agilere, inklusivere und wachstumsorientierte Kultur aufzubauen, die es dem Einzelnen ermöglicht, seine inneren Ressourcen voll auszuschöpfen, und dem Team, seine kollektive Intelligenz zu nutzen. So lernst Du und Dein Team, komplexe geschäftliche und organisatorische Herausforderungen schneller und konstruktiver anzugehen. Alle kommen weiter voran, wagen sich an neue, unerwartete Möglichkeiten heran und wachsen und entwickeln sich gemeinsam weiter.
Das ist die Kraft, die Du als Führungskraft entfalten kannst. Indem Du jeweils eine bewusste Frage stellst.

Autorin: Myriam Callegarin
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Über Myriam Callegarin
Myriam Callegarin ist Global Executive Coach und Führungsberaterin. Sie arbeitet mit erfolgreichen Führungskräften zusammen, die ihre Fähigkeit verbessern möchten, das Beste aus sich selbst und ihren Teams herauszuholen, um so einen außergewöhnlichen Mehrwert für ihre Unternehmen und Kunden zu schaffen. Sie verbindet umfassende Unternehmens- und Geschäftserfahrung mit einer tiefen Leidenschaft für das Coaching als Instrument zur persönlichen, Führungskräfte- und Organisationsentwicklung. Einige Referenzen: Daimler, Ford Motor Company, Porsche, Roche, Luxottica, UniCredit, Banca Intesa San Paolo, Chiesi, Ferrero, Bonduelle, ENEL, E.On, Welternährungsprogramm (Vereinte Nationen) und weitere.
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