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13. April 2026In Bikulturalität: Lost in Cultures? beleuchtet unsere EXPERT Karin Schreiner auf Basis von 50 Interviews, wie Menschen, die zwischen zwei oder mehr Sprachen und Kulturen aufgewachsen sind, mit ihrer bikulturellen Sozialisierung umgehen.
In Bikulturalität: Lost in Cultures? beleuchtet unsere EXPERT Karin Schreiner auf Basis von 50 Interviews, wie Menschen, die zwischen zwei oder mehr Sprachen und Kulturen aufgewachsen sind, mit ihrer bikulturellen Sozialisierung umgehen.
Die Autorin macht deutlich, welche Herausforderungen, aber auch Kompetenzen daraus entstehen – nicht nur für die individuellen Biografien, sondern als beruflich und gesellschaftliche wertvolle Ressource.
Die Autorin geht der Frage nach, wie sich Bikulturalität und Mehrsprachigkeit auf die eigene Identitätskonstruktion auswirken. Bikulturelle Personen sind in zwei Kulturen sozialisiert und stellen sich häufig die Frage, wie sie beide Kulturen in ihrer eigenen Identität in Einklang bringen können. Zentrales Thema dieses Buches ist daher, wie die Entwicklung von Bikulturalität erfolgt, um ein kohärentes und konsistentes Ich im Spannungsfeld beider Kulturen auszubilden.
Ziel des Buches ist es darzulegen, dass Bikulturalität eine Ressource für unsere Gesellschaft ist. Bikulturelle Personen sind in besonderem Ausmaß Brückenbauer zwischen Kulturen. Sie verfügen über implizites Wissen in zwei Kulturen und sind meistens zwei- oder mehrsprachig. Im gesellschaftlichen und beruflichen Miteinander stellen diese eine wichtige, ja unverzichtbare Ressource dar.
Um die zentralen Fragen rund um das Leben in zwei Kulturen zu beantworten, kommen in diesem Buch fast fünfzig Personen mit sehr unterschiedlichen Profilen zu Wort. Einige sind in jungen Jahren mit ihren Eltern in ein europäisches Land (in diesem Buch vor allem Österreich, Deutschland, Schweiz) migriert. Andere sind im Erwachsenenalter ausgewandert, um sich aus unterschiedlichen Gründen eine neue Existenz aufzubauen. Wieder andere sind ihrer Partnerin bzw. ihrem Partner gefolgt. Manche wurden aus ihrem Land vertrieben oder sind geflüchtet. Wieder andere sind zum Zwecke von Aus- oder Weiterbildung aus ihrem Herkunftsland weggegangen und dann im deutschen Sprachraum geblieben.
Unsere Gesellschaft ist angesichts zunehmender globaler Mobilität von immer stärkerer kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit geprägt. Diese bedeutenden Kompetenzen bikultureller Menschen in Kommunikation und Interaktion werden bislang kaum gewürdigt und anerkannt. Dieses Buch plädiert dafür, diese als wichtige Ressourcen anzuerkennen und gezielt einzusetzen, aber auch ein psychologisch sicheres Umfeld zu bieten, in dem Bikulturalität gelebt werden kann.
Die Gespräche mit bikulturellen Personen wurden auf Basis umfangreicher Recherchen in den Bereichen Psychologie, Sozialpsychologie und Sozialanthropologie geführt. Die Gespräche wurden in der Folge qualitativ ausgewertet. Die Ergebnisse decken sich mit denen aus der Forschung der genannten Bereiche.
Die Gespräche zeigen auf, welche Hürden die meisten Gesprächspartner zu durchlaufen hatten, um im Laufe ihres Lebens beide Kulturen miteinander in Einklang zu bringen und eine bikulturelle Identität erfolgreich zu entwickeln.
Diese Hürden sind mannigfaltig und berühren zentrale gesellschaftliche Themen: Identitätsfragen und kulturelle Zugehörigkeiten, soziale Abgrenzung, Diskriminierung und Innen- Außengruppen-Dynamiken, kulturelle Anpassungsprozesse und Veränderungsprozesse, globale Mobilität und ihre Folgen, kritische Lebensereignisse und der konstruktive Umgang mit biografischen Ereignissen für die Entwicklung von Bikulturalität.
Im Zuge von Bikulturalität wird auch das Thema Mehrsprachigkeit, das untrennbar mit Bikulturalität verbunden ist, ausführlich behandelt.
Die Gespräche zeigen eindrücklich auf, welche positive Ressource Bikulturalität sowohl für die Betroffenen selbst wie auch für ihren gesellschaftlichen wie beruflichen Kontext darstellt. Bei der Vermischung und dem kreativen Umgang mit beiden Kulturen entstehen kulturelle Synergien, die von der Fachliteratur als bedeutsamer sozialer Beitrag für das gesellschaftliche Zusammenleben bewertet werden.

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