Virtuell quer durch die Welt: Wie ich mich mit dem E-Learning Tool Country Navigator nach Belgien ins Praktikum navigiere

Virtuell quer durch die Welt: Wie ich mich mit dem E-Learning Tool Country Navigator nach Belgien ins Praktikum navigiere

Wir von ti communication erweitern unser Trainingsangebot um den virtuellen Raum. Im Rahmen unseres neu definierten und noch nachhaltigeren Lernprozesses bieten wir nun auch das E-Learning Tool Country Navigator an: Die Inhalte unserer interkulturellen Trainings können so von den TeilnehmerInnen vertieft und der Lernerfolg langfristig gesteigert werden. Wie man sich mit dem Tool erfolgreich durch den internationalen Geschäftsalltag navigiert, hat Alexandra Lottner, Praktikantin bei ti communication, vorab für uns getestet.

Pfiade, Bruckmandl – Salut, Manneken Pis! Kaum ist meine Zeit im Team von ti communication vorbei, werde ich selbst zum Assignee – und zwar in der belgischen Niederlassung eines deutschen Automobilherstellers in Brüssel. Zur Vorbereitung auf mein Auslandspraktikum hatte ich die Möglichkeit das E-Learning Tool Country Navigator zu testen. Vorab schon kann ich verraten: Auch wenn ich durch mein bisheriges internationales Studium mit den Grundzügen der interkulturellen Theorie vertraut bin und bereits einige längere Auslandsaufenthalte hinter mir habe, konnte ich mein Wissen mithilfe des Tools definitiv erweitern und vertiefen.

Doch wie genau funktioniert interkulturelles E-Learning mit dem Country Navigator?
Das von ti communication angebotene Tool vermittelt in interaktiven Modulen Inhalte, die ganz konkret für meinen belgischen Arbeitsalltag relevant werden. Genauso erleichtern mir meine daraus gewonnenen Erkenntnisse aber auch generell die Zusammenarbeit mit ausländischen KollegInnen.

Global Effectiveness – Interaktive statt „graue“ Kulturtheorie
Zu Beginn der E-Learning Session finde ich es sehr hilfreich, mit dem kulturallgemeinen Modul Global Effectiveness zu starten. Durch einen Wechsel aus theoretischen Lektionen und interaktiven Case Studies kann ich mein Grundwissen in Interkultureller Theorie auf den Business-Kontext bezogen festigen und vertiefen.
Der Country Navigator zieht dazu das praxisorientierte Konzept des „RISK Framework“ heran: Recognize differences, assess their potential impact, strategize how to best manage them and apply self-management knowhow. Anhand von drei Dimensionen bekomme ich anschaulich vermittelt, wie kulturelle Orientierungen die eigenen Verhaltenspräferenzen in der alltäglichen Zusammenarbeit beeinflussen. Im Fokus stehen dabei die von Kultur zu Kultur unterschiedlichen Ausprägungsformen von Arbeits-, Beziehungs- und Denkstilen.
In der Umsetzung veranschaulicht der Country Navigator eingänglich, was diese eher abstrakten Dimensionen konkret in der Praxis bedeuten können.

Ein Beispiel: In der Kategorie „Beziehungsstil“ wird unter anderem gezeigt, dass ein Projekt bei starker Sachorientierung erst vorwärts kommt, wenn die nötigen Prozesse und Pläne etabliert sind. In beziehungsorientierten Kulturen dagegen muss hierfür zunächst eine emotionale Bindung zwischen den KollegInnen oder Geschäftspartnern geschaffen werden.
Gleichzeitig zeigt der Country Navigator Vor- und Nachteile dieser Orientierungsextreme auf. So fällt es mir  bedeutend leichter, mich aus meiner eigenen kulturell geprägten Perspektive zu lösen. Mir bisher völlig fremdes Handeln kann ich so besser nachvollziehen und auch als positive Handlungsstrategien erkennen. Mithilfe von interaktiven Rollenspielen kann ich mich zudem in KollegInnen aus anderen Kulturen hineinversetzen und durchspielen, wie ich mich an fremdkulturelle Verhaltensweisen anpassen kann.

Mein persönliches WorldprismTM-Profil
Nachdem ich die theoretischen Konstrukte einmal verinnerlicht habe, ist im nächsten Schritt natürlich interessant zu wissen, wo ich mich selbst innerhalb dieser Dimension wiederfinde. Dazu bietet der Country Navigator die Möglichkeit, nach einem Selbsttest das eigene WorldprismTM-Profil erstellen zu lassen.
Mit meinem persönlichen Profil kann ich  anschließend meine eigenen Verhaltenspräferenzen einfach mit den Grundtendenzen der verschiedensten Zielkulturen vergleichen. Je nachdem, wo meine und das Arbeitsverständnis meines Gegenübers stark auseinanderdriften, kann ich ableiten, wo sich eventuelle Spannungsfelder in der Zusammenarbeit auftun könnten.
Im Hinblick auf mein bevorstehendes Auslandspraktikum steht für mich im Vordergrund, wie ähnlich, beziehungsweise unähnlich die Belgier und ich uns sind. In vielen Punkten scheinen meine zukünftigen KollegInnen tatsächlich meine Ansichten zu teilen – insbesondere hinsichtlich eher impliziter Kommunikationslinien und komplexerer Denk- und Argumentationsweisen.
Was die Art der Entscheidungsfindung jedoch angeht, ergibt sich gegebenenfalls das größte Konfliktpotential in meiner Zusammenarbeit mit Belgiern. Während ich hierbei eher flache Hierarchien bevorzuge, wird dem Country Navigator zufolge die Entscheidungsgewalt in Belgien tendenziell auf eine geringere Anzahl von Leuten konzentriert. Diesen Punkt werde ich definitiv für zukünftige Meetings im Hinterkopf behalten, um im konkreten Fall entsprechend auf meine belgischen KollegInnen zu reagieren.   

Country Info: Tiefer in die nationale und regionale Kultur Belgiens einsteigen
Sehr hilfreich empfinde ich auch die Kategorie Country Info, die ergänzende Länderinformation zu über 90 verschiedenen Zielkulturen bereit hält. Dort finden sich die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Hintergründe sowie auch allgemeinere Tipps für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den VertreterInnen der jeweiligen Kultur.
Spannend war in diesem Zusammenhang für mich, was ich über Belgien in Erfahrung bringen konnte. Denn weder ist la Belgique nur der ‚Parkplatz‘ der französischen Republik (wie es mir von ihren Nachbarn bereits scherzhaft versichert wurde), noch besteht das ganze Land aus den Europäischen Institutionen in Brüssel.
Vielmehr muss stets den regionalen Unterschieden große Beachtung geschenkt werden! Denn zwischen dem niederländischen Flandern im Norden und dem frankophonen Wallonien im Süden verläuft zusammen mit der offiziellen sprachlichen Grenze auch eine kulturelle Zweiteilung. Eine Zweiteilung, die sich auch so durch das Geschäftsleben zieht: Je nachdem ob man mit Flamen oder Wallonen zusammenarbeitet, ändert sich zum Beispiel der vorherrschende Kommunikationsstil oder auch die hierarchische Distanz zwischen Vorgesetzten und MitarbeiterInnen.
Mein zukünftiger Einsatzort Brüssel nimmt darin noch einmal eine Sonderrolle ein. Obwohl in Flandern gelegen und offiziell zweisprachig, ist für den Großteil der Brüsseler Französisch die erste Muttersprache. Durch die europäischen Institutionen und die hohe Dichte an internationalen Firmen herrscht in der Hauptstadt eine multilinguale und globale Grundstimmung. Die Arbeitsmentalität meiner zukünftigen KollegInnen wird also auch dadurch sowie durch die Unternehmenskultur des Mutterkonzerns maßgeblich beeinflusst.

Mein Fazit
Durch das intensive E-Learning habe ich viel über die belgische Kultur sowie die Zusammenarbeit mit Belgiern erfahren. Letztendlich komme ich aber zu dem Schluss, dass ein einzelnes Tool nur bedingt die Kultur eines Landes in Gänze erfassen kann. In Kombination mit anderen Maßnahmen, wie zum Beispiel der Austausch mit ExpertInnen, die bereits in Belgien gelebt und gearbeitet haben, kann ich die Vorbereitung mit dem Country Navigator jedoch definitiv empfehlen.
Mithilfe des E-Learning Tools habe ich auf interaktive Art und Weise ein erstes Orientierungssystem für das Leben und Arbeiten in Belgien an die Hand bekommen. Dadurch wird mir die Interpretation meiner individuellen Erfahrungen im belgischen Arbeitsalltag um einiges leichter fallen. Zudem fand ich es spannend, meine persönlichen, kulturell beeinflussten Verhaltenspräferenzen auszuloten und mir dadurch Unterschiede zu anderen Kulturen deutlicher bewusst zu machen.
Zum Schluss der einzige Wermutstropfen: Gerne hätte ich neben dem Global Effectiveness auch das kulturspezifische E-Learning Modul getestet. Leider war Belgien unter den bisher 15 zur Verfügung stehenden Zielkulturen nicht vertreten. Das muss ich nachholen, wenn es beispielsweise einmal nach China, Indien oder in die USA geht!

Wenn auch Sie das E-Leraning Tool Country Navigator einmal unverbindlich testen möchten, kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne!

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Mittwoch, 20. November 2019

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