„Urban Gardening“ oder die Entstehung Interkultureller Gärten

„Urban Gardening“ oder die Entstehung Interkultureller Gärten

Interkulturelle oder gemeinschaftliche Gärten umgeben von Hochhäusern – dies ist längst kein seltenes Bild mehr. Das Thema „Urban Gardening“ ist derzeit aktueller denn je. Neben der Produktion von regionalen und ökologisch angebauten Produkten steht bei den meisten urbanen Gärten speziell der soziale und kulturelle Aspekt im Vordergrund. Vor allem durch die steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland hat sich die Gartenbewegung zu einem praktischen Hilfsmittel der Integration entwickelt. Da Flüchtlinge und MigrantInnen vermehrt aus ländlichen Gegenden oder landwirtschaftlichen Verhältnissen stammen, kennen sie sich oft mit der Bewirtschaftung von Gärten aus. Bei der gemeinsamen Gartenarbeit können die Zuwanderer in einer vertrauten Umgebung leichter Kontakte knüpfen und ihr Wissen einbringen. Ein berühmtes Bespiel für einen urbanen Garten in Deutschland ist der Prinzessinengarten in Berlin Kreuzberg. Durch einen Aufenthalt in Kuba bekam der Gründer Robert Shaw 2009 die Idee, mit der Beteiligung vieler freiwilliger Helfer dieses Projekt aufzubauen.

Kuba gilt als Vorbild für die „Urban Gardening“- Bewegung. Der Zusammenbruch der Sowjetunion 1989/90 stürzte Kuba in eine schwere wirtschaftliche Krise. Mit dem Verlust seines primären Handelspartners und Lieferanten brach die Ölversorgung des Landes ein. Ohne Erdöl können keine Pestizide oder chemische Düngemittel hergestellt werden. Diese sind für die industrielle Nahrungsherstellung aber unabdinglich. Außerdem können Erntemaschinen und Transportfahrzeuge, die für die Lebensmittel benötigt werden, nicht betrieben werden. Diese Notlage hat dazu geführt, dass Kuba zu einem Vorbild für die ganze Welt wurde. Die Bewohner der Städte begannen, Dächer und Balkone zu bepflanzen, Plastiktüten oder Milchtüten als Pflanzkübel zu nutzen. Diese „Revolución Verde“ erreichte 2004 ihren Höhepunkt, als sich komplett Havanna mit dem dort angebauten Gemüse selbst ernähren konnte. Kuba hat es geschafft, seine CO2 Emissionen um 25 Prozent zu reduzieren. Waren es 1990 noch 3.2 Tonnen pro Person, sank die Zahl 2009 auf 2.4 Tonnen. Die kulturelle Annäherung an die USA lässt spekulieren, ob Kubas Ökolandbau bestehen wird oder ob sich Bequemlichkeit und der Traum vom „American Way of Life“ durchsetzen werden. Nicht alle Landwirte sind nämlich überzeugte Anhänger der nachhaltigen Landwirtschaft und würden nur zu gerne auf die alten, unkomplizierteren und kommerziellen Methoden zurückgreifen.

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Mittwoch, 20. November 2019

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