Training ist nicht gleich Training - Herausforderungen von kulturadaptierten Trainingsprogrammen

Training ist nicht gleich Training -  Herausforderungen von kulturadaptierten Trainingsprogrammen

Immer mehr Unternehmen integrieren heute interkulturelle Trainings in ihr Personalentwicklungsprogramm. MitarbeiterInnen sollen für kulturell bedingte Missverständnisse sensibilisiert werden und anderskulturelle Geschäftspartner, KollegInnen oder Kunden verstehen und wertschätzen lernen. Nur so wird langfristig eine erfolgreiche geschäftliche Zusammenarbeit gesichert.

Selbstverständlich passen wir bei unseren Trainings und Coachings die Inhalte der Weiterbildungsmaßnahme an die jeweilige Zielkultur an. So werden in einem Frankreichtraining spezifisch französische Werte und Denkweisen, wie Herausforderung und Wettbewerb, Freiheit und Individualismus oder das typische Savoir vivre thematisiert. Chinatrainings vermitteln hingegen beispielsweise die Bedeutung von Indirektheit und Hierarchie im Geschäftsleben.

Neben dieser kulturspezifischen Anpassung legen wir besonderen Wert darauf, die Inhalte jedes Trainings individuell auf den Kunden und dessen spezifischen Bedarf zuzuschneiden. Je nach Art der geschäftlichen Schnittstellen des Unternehmens mit dem Ausland setzen unsere Senior TrainerInnen ihre Schwerpunkte: Verhandlungsführung mit internationalen Geschäftspartnern, Strategien zur Zusammenarbeit in interkulturellen Teams oder auch gezielte Vorbereitung von Führungskräften auf ihren Einsatz im Ausland, um nur ein paar Themen zu nennen.

Ein Konzept – weltweit adaptierte Methodik

Doch interkulturelle Trainings nur inhaltlich und thematisch auf die Zielkultur und das jeweilige Ziel der Weiterbildung abzustimmen greift oft zu kurz. Unser Anspruch an eine passgenaue Trainingskonzeption ist es vielmehr, Trainings nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Methodik und der strategischen Implementierung kulturell anzupassen. Ausschlaggebend für die methodische Umsetzung eines Trainings ist nun die jeweilige Kultur der TrainingsteilnehmerInnen.

Ein Beispiel: Ein international aufgestelltes Unternehmen möchte an seinen weltweiten Standorten MitarbeiterInnen in internationalen Projektteams interkulturell sensibilisieren. Dabei wird ein grundlegendes Konzept für alle Länder aufgesetzt, um den TeilnehmerInnen eine einheitliche Basis zu geben. In der Umsetzung passen unsere TrainerInnen jedoch die Methoden ihrer Trainings den Landespräferenzen, Einstellungen und Werten der TeilnehmerInnen an. Denn eine dem kulturell spezifischen Lernstil entsprechende Methodik gewährleistet ein hohes Motivationsniveau und einen größtmöglichen individuellen Nutzen.

Amerikanische Aufmerksamkeitsspannen und chinesische Informationsstrukturierung

Unsere USA-Expertin Sabine Amend aus Colorado erklärt, dass Nordamerikaner zum Beispiel generell den Anspruch haben, ihren Arbeitsalltag handlungsorientiert und flexibel gestalten zu können. Gerade bei mehrtägigen Trainings mit AmerikanerInnen ist es daher besonders wichtig, viele interaktive Sequenzen in das Seminar einzubauen. Mit Elementen wie Teilnehmer-Brainstorming, Ratespielen und gemeinsamer Erarbeitung am Flipchart berücksichtigen unsere TrainerInnen die kürzeren Aufmerksamkeitsspannen der amerikanischen TeilnehmerInnen.

China-Experte Xueli Yuan gibt zu bedenken, dass ChinesInnen Informationen anders strukturieren als Deutsche. TrainerInnen, die mit chinesischen Gruppen arbeiten, werden daher ihr Training eher nach einem Steigerungsprinzip durchführen. Zunächst behandeln sie die angenehmen und positiven Themen, bevor im Laufe des Trainings kritische oder spannungsbeladene Aspekte zur Sprache kommen. In China ist es gängig, wichtige Aspekte mehrfach zu wiederholen. TrainerInnen nutzen daher Wiederholungen gezielt als Methode der Betonung.

Lokale HR und internationale Standortleiter mit ins Boot holen

Auch hinsichtlich der Implementierung von weltweiten Trainingsprogrammen gilt es schließlich, die kulturellen Rahmenbedingungen der jeweiligen Standorte einzubeziehen. Bei der Umsetzung eines internationalen Weiterbildungsprogramms für Führungskräfte empfiehlt es sich grundsätzlich, die lokalen HR-Verantwortlichen schon im Vorfeld zu briefen: Wie kann das Programm in der jeweiligen Niederlassung erfolgreich umgesetzt werden?

Außerdem lohnt es sich in den Augen unserer TrainerInnen oft, auch die Standortleiter mit in die Verantwortung zur Implementierung des Programms zu nehmen. Je nach Kultur kann es dafür unterschiedliche Gründe geben.

Unsere Polen-Trainerin Katarzyna Hübner betont, dass die dadurch vermittelte Wertschätzung den Locals gegenüber dazu beiträgt, dass das von der ausländischen Konzernmutter aufgesetzte Führungskräfteentwicklungsprogramm bei lokalen Unternehmen und deren MitarbeiterInnen eine höhere Akzeptanz findet. Die dortigen Führungskräfte kennen die Alltagsprobleme und Bedürfnisse vor Ort, die bei der Anpassung des Programms berücksichtigt werden sollten.

In Italien kann eine Einbeziehung des Standortleiters schon aufgrund seiner Position und seines Selbstverständnisses wichtig sein: „Es ist sehr sinnvoll, die Standortleiter ins Boot zu nehmen. Hauptsächlich, weil man sonst deren Standing untergräbt. In Italien ist der Chef ‚größer‘ als bei uns. Imagepflege ist sehr wichtig. Wenn sie sich nicht wahrgenommen fühlen, reagieren sie natürlich automatisch eher skeptisch auf das Training.“ (Dr. Sandra Müller, Senior Trainerin für Italien)

Ähnlich gestaltet sich die Situation im stark hierarchisch organisierten Japan, erläutert unsere Japan-Expertin Angela Kessel: „Nur durch eine Beteiligung der Standortleiter können Strategien für eine bessere interkulturelle Zusammenarbeit von allen (also auch ‚von oben‘) mitgetragen und umgesetzt werden. Die Herausforderung besteht darin, Leitung und Management so in die Programme zu integrieren, dass die Mitarbeiter im Training nicht gehemmt oder ausgebremst werden.“

Ob inhaltlich, methodisch oder strategisch – zusammen mit Ihnen entwickeln wir und unsere Senior TrainerInnen das individuell passende Trainingskonzept für Ihren internationalen Erfolg. Kontaktieren Sie uns und lernen Sie unsere individuelle und persönliche Beratung kennen.

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