Sicherheitstrainings für Geschäftsreisende und Expatriates - Wir stellen Ihnen die Arbeit des ti communication Partners Riskworkers vor

Sicherheitstrainings für Geschäftsreisende und Expatriates - Wir stellen Ihnen die Arbeit des ti communication Partners Riskworkers vor

Oft sind es die kleinen Dinge, die einem das Leben kosten können: Die falsche Abzweigung von der Autobahn, der unvermittelte Griff ins Jackett, der Druck auf den Auslöser des Fotoapparats – in manchen Gegenden der Welt fängt man sich dafür schnell Probleme ein. Beim Sicherheitstraining der Münchner Riskworkers GmbH lernen MitarbeiterInnen, wie sie aus brenzligen Situationen heil wieder herauskommen – oder gar nicht erst hineingeraten.

„Geben Sie nichts. Ignorieren Sie auch besonders bemitleidenswerte Menschen.“ Die kleine Anleitung zum Umgang mit Bettlern in Brasilien gehört zu den Grundregeln, die das Münchner Beratungsunternehmen Riskworkers Geschäftsreisenden mit auf den Weg gibt. »Wer schwach wird und die Brieftasche zückt, ist sofort von einem Pulk von Bettlern umringt«, erklärt Oliver Schneider, der Geschäftsführende Gesellschafter der Riskworkers GmbH. »Und Menschenmengen können schnell gefährlich werden.« Sicherheit vor Mitgefühl gilt auch dort, wo man als AusländerIn, zumal einer aus dem Westen, damit rechnen muss, allein wegen seiner Herkunft Ziel von Angriffen zu werden. So kann es in manchen Regionen durchaus ratsam sein, nach einem Unfall Gas zu geben, statt Erste Hilfe zu leisten, sagt Schneider. Selbst dann, wenn man den Zusammenstoß nicht verursacht hat: »Es wäre nicht der erste Lynchmord, dem ein Unschuldiger zum Opfer fällt.«


Kondom auf der Windschutzscheibe

Nicht, dass die zwölf MitarbeiterInnen des Maschinenbauers, die im März im Norden von München an dem Seminar »Sicherheitsgerechtes Verhalten für Mitarbeiter im Auslandseinsatz« teilnahmen, noch nie in Risikozonen unterwegs gewesen wären. Aber das mit der Unfallflucht war auch für sie neu. »Gilt allerdings nur in besonders brenzligen Situationen«, sagt Schneider. »Und man muss anschließend sofort Verbindung mit seiner Firma und der Botschaft aufnehmen und den Vorfall melden.«

Ziel des Seminars ist es, einen Blick für drohende Gefahren auszubilden und Strategien für den Ernstfall zu entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel, dass man auf der Straße eben nicht mit seinem Handy oder Smartphone herumhantiert und nicht mit teurem Ring und goldener Uhr avisiert, dass hier Geld zu holen ist. »Graue Mäuse leben länger«, lautet Schneiders Devise. Dazu gehört auch, dass man sein Umfeld beobachtet, bevor man ins Auto steigt. Dass man alle Türen verriegelt, so dass sie an der Ampel nicht ohne weiteres aufgerissen werden können. Und dass man sich auch nicht von Holzleim-gefüllten Kondomen, die gegen die Windschutzscheibe fliegen, dazu verleiten lässt, aus dem Wagen zu steigen – und Opfer von Car-Nappern zu werden. Ist in Südafrika gerade eine beliebte Masche. Oft aber sind die TäterInnen bewaffnet – und da schützt dann auch die verriegelte Wagentür nicht viel. »Spielen Sie in solchen Fällen bloß nicht den Helden«, warnt Schneider, der seit Jahren als Risikoberater tätig ist und als Offizier im Kommando Spezialkräfte (KSK) diente. »Statistisch gesehen geht es eher schlecht aus, wenn man sich zur Wehr setzt.« Doch selbst, wer nicht mal im Traum auf so eine Idee kommen würde, kann mit einer falschen Bewegung eine Katastrophe auslösen. Der Griff ins Jackett, um die Brieftasche auszuhändigen oder das Öffnen des Sicherheitsgurts, um auszusteigen – alles kann vom Täter fehlinterpretiert werden. Mit fatalen Folgen. Wie sich solche Ausnahmesituationen anfühlen und wie man reagiert, wenn einem eine Pistole an den Kopf gehalten wird, können die MitarbeiterInnen in verschiedenen Praxisübungen an sich selbst testen. Mal stoppen Schneider und sein Kollege als korrupte Polizisten ein mit MitarbeiterInnen besetztes Auto an einer Straßensperre, mal stürmten sie in der Rolle von Carjackern auf das Fahrzeug zu und zwangen, Befehle brüllend und mit vorgehaltener Waffe, die InsassInnen zum Aussteigen. Und obwohl es ein Überfall mit Ansage war, war der Stress, unter den die TeilnehmerInnen gerieten, doch deutlich zu spüren.

Der entscheidende Fehler

»Wird jemand völlig unvorbereitet Opfer eines Raubüberfalls, gerät er eher in Panik und macht vielleicht den entscheidenden Fehler«, sagt Schneider. Bessere Chancen hat, wer sich an einige Grundregeln hält, wie zum Beispiel die Hände nach oben zu halten, die Handflächen zu zeigen, keine hektischen Bewegungen zu machen, Geld nur nach Vorankündigung langsam aus den Taschen zu nehmen und vor den Füßen abzulegen. »Man darf nicht vergessen, dass auch die/der TäterIn unter enormem Stress steht«, unterstreicht der Sicherheitsexperte. »Eine falsche Bewegung, und sie/er drückt den Abzug.« Doch solche dramatischen Ereignisse sind die Ausnahme. Für Schneider ist das Hauptanliegen des Trainings dann auch eher, dass sich die TeilnehmerInnen bei künftigen Auslandseinsätzen sicherheitsbewusster verhalten, ohne paranoid zu werden, dass sie ihr Umfeld genauer beobachten, um Gefahrensituationen schon im Vorfeld zu erkennen und ihnen aus dem Weg zu gehen. »Lassen Sie sich nicht von Unbekannten vom Flughafen abholen, wenden Sie sich an das Hotelpersonal, wenn Sie ein Taxi brauchen und variieren Sie die Fahrstrecken zum Einsatzort«, gab er den TeilnehmerInnen noch mit auf den Weg. Und auch das Nachtleben in der Fremde, so sein Ratschlag, sollte man besser meiden: »Im Moment sind K.O.-Tropfen wieder groß in Mode.«

Verhalten bei Polizeikontrolle

• Fahren Sie langsam auf den Checkpoint zu

• Machen Sie das Licht im Auto an

• MitfahrerInnen sollten die Hände gut sichtbar vor dem Oberkörper an den Sitzgurt legen

• Keine hastigen Bewegungen

Verhalten bei Raubüberfall

• Kooperieren Sie mit der/dem TäterIn

• Versuchen Sie, auf Distanz zu bleiben

• Halten Sie die Hände nach oben und zeigen Sie die Handflächen

• Machen Sie keine hektischen Bewegungen

• Leisten Sie keine Gegenwehr

• Entnehmen Sie erst nach Vorankündigung das Geld aus Ihren Taschen

• Legen Sie das Geld vor den Füßen ab

• Versuchen Sie, danach zu flüchten

• Spielen Sie nicht den Helden

Über den Autor:

Oliver Schneider, MSc in Risk, Crisis and Disaster Management ,ist Geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens Riskworkers GmbH, in München. Zuvor diente er u.a. als Nachrichten-Offizier und war beim KSK an Spezialoperationen im Ausland beteiligt. Anschließend sammelte er bei einem DAX-Konzern Erfahrung in der Unternehmenssicherheit und verantwortete im Business Development die Aufgabenbereiche „Trend Assessment“ und „Early Warning Signals“. Seit 2006 ist er als Sicherheits-, Risiko- und Krisenmanagementberater tätig.

Detaillierte Informationen zum Sicherheitstraining erhalten Sie direkt unter der u.a. Adresse:

Riskworkers GmbH www.riskworkers.comoffice@riskworkers.com Tel.: 089 20 70 42 630

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