Lacrosse-Weltmeisterschaften - ti communication Trainer Philip Werner über seine interkulturellen Erfahrungen als Teilnehmer des Sportevents

Lacrosse-Weltmeisterschaften - ti communication Trainer Philip Werner über seine interkulturellen Erfahrungen als Teilnehmer des Sportevents

Im Juli dieses Jahres fand in Denver (USA) eines der größten Ballsportturniere der Welt statt: die Lacrosse Weltmeisterschaften der Herren.

Ihnen ist dieses Event entgangen? Sie kennen Lacrosse noch nicht einmal? Damit sind Sie nicht alleine. In Deutschland und ganz Europa ist Lacrosse noch nicht im Mainstream angekommen. Aber packen Sie nun die Gelegenheit beim Schopf, folgen Sie mir ins Herz der Lacrosse-Welt und lernen Sie die interkulturellen Herausforderungen einer solchen Reise kennen.

Was ist Lacrosse und wo kommt es her?
Lacrosse ist ein Mannschaftssport, der mit Schlägern und tennisballgroßen Hartgummibällen betrieben wird. Zwei Teams mit je zehn Feldspielern versuchen dabei mehr Tore als der Gegner zu erzielen. Körperkontakt, auch mit dem Schläger, ist dabei erlaubt. Erfunden wurde dieser Ballsport von Indianern an der Ostküste der USA. Über verschlungene Wege, Missionare und englische Internate fand das ursprüngliche Heilungsritual der indianischen Urbevölkerung seinen Weg zurück an die elitären Ostküsten-Colleges der USA. Heute ist Lacrosse der am schnellsten wachsende Sport in den USA und auch weltweit ist das Tempo, in dem neue Nationalverbände entstehen, beachtlich. Noch vor 30 Jahren nahmen an den Weltmeisterschaften nur vier Teams teil. Inzwischen erlebt man ein großes Fest der Nationen, mit Teilnehmern aus fast allen Regionen der Welt. Mit Uganda war dieses Jahr auch erstmals ein afrikanisches Team vertreten.

Als interkultureller Trainer auf dem Platz
Als interkultureller Trainer hatte ich während meiner Teilnahme als aktiver Spieler an der bislang größten Lacrosse-WM natürlich immer dessen Brille auf der Nase und durfte einiges erleben. Schon bei der Eröffnungszeremonie wurden kulturelle Unterschiede in Bezug auf Kleidung und Verhalten deutlich. Die asiatischen Mannschaften zeigten sich sonnenscheu, und wir Deutschen blieben schon aus Gründen der professionellen Turniervorbereitung im Schatten, während das Team aus Uganda mit Trommeln bewaffnet ausdauernd in der Sonne tanzte und das Event in vollen Zügen genoss. Das norwegische Team erschien komplett in gleichnamigen Pullovern, Schottland in Röcken, Österreich trat - sehr zur Freude des amerikanischen Publikums - geschlossen in Lederhosen auf und die Spieler aus Uganda toppten alle mit ihren farbenfrohen Stammesgewändern. Was steckt hinter dieser vielfältigen Kleidershow? Selbstgewählte Stereotypisierung vielleicht, jedoch ganz ohne negativen Beigeschmack. Generell war der Geist der Spiele immer positiv und jeder beklatschte und feierte die anderen Nationen.

 Eine weitere wichtige interkulturelle Fragestellung ergibt sich aus einer Besonderheit der Sportart und ihrer Weltmeisterschaft. Als einziger Sportverband der Welt lässt die FIL (Federation of International Lacrosse) eine Nationalmannschaft der Ureinwohner Amerikas zum Spielbetrieb zu, die „Iroquois Nationals“. Alle Spieler dieser Mannschaft leben in oder stammen aus Reservaten und besitzen natürlich einen amerikanischen oder kanadischen Pass. Ihre kulturelle Identität sehen sie selbst aber in ihrem „Indianer“-Sein. Lacrosse, oder „the creators game“, wie es die Irokesen nennen, leistet hier seit Jahren einen enormen Beitrag für die Anerkennung und Wertschätzung der amerikanischen Ureinwohner. Es bietet die Möglichkeit zur gemeinsamen Aktivität und Traditionspflege. Gleichzeitig schlägt Lacrosse eine Brücke in die Gegenwart und eröffnet indianischen Spielern ganz konkret Möglichkeiten auf eine gute universitäre Ausbildung, die für viele sonst gänzlich unerreichbar bliebe.

Spannend waren während der Weltmeisterschaft auch die zahlreichen Konversationen mit amerikanischen Zuschauern, die für Deutsche zwar manchmal das Klischee der Oberflächlichkeit erfüllten, die aber stets eine positive und motivierende Stimmung verbreiteten. Wir hatten den Eindruck, dass gefühlt jeder zweite Amerikaner der Abstammung nach, oder zumindest im Herzen, Deutscher ist. Gleiches galt allerdings auch hinsichtlich vieler anderer Nationen: die USA sind eben ein großer Meltingpot. Ich persönlich habe die positive und unterstützende Art der vielen freiwilligen Helfer und Fans auf jeden Fall sehr genossen. Nach insgesamt acht Spielen landete die deutsche Mannschaft auf einem leistungsgerechten neunten Platz, während Kanada den Gastgeber USA schlagen konnte und verdient Weltmeister wurde.


Einen besseren Eindruck vom Spiel und seiner Geschwindigkeit gewinnen Sie in diesem Video.

Autor: Philip Werner, ti communication Trainer und aktives Mitglied der Deutschen Lacrosse Nationalmannschaft

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Mittwoch, 03. März 2021

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