Kulturelles Verstehen á la carte

Kulturelles Verstehen á la carte

Unser Team ist stets engagiert seine Serviceleistungen auf die Wünsche und Trends unserer Kunden anzupassen. Aus diesem Grund entwickelten wir zusammen mit dem ti kochkultur Autor den interkulturellen Genussworkshop , der so eine neue Form eines interkulturellen Workshops auf dem Markt darstellt. Wir freuen uns, dass dieses Projekt nun für den Innovationspreis 2015 der Wirtschaftszeitung nominiert wurde! Im Folgenden lesen Sie den Artikel der WIRTSCHAFTSZEITUNG Ausgabe NR.9:

Genussworkshop von Gerhard Hain und Christoph Hauser lässt sinnlich in fremde Kulturen eintauchen

Regensburg. Wann gibt man wem die Visitenkarte beim Geschäftsessen mit Japanern – und wie herum hält man sie? Wie viele (Halb-)Verbeugungen sind dabei angemessen und was sind die „Ten Dos and Don’ts“ für den geschäftlichen Umgang mit arabischen Partnern? Wer die Vorbereitung auf interkulturelle Geschäftsbeziehungen auf Fragen wie diese beschränkt, liegt laut Gerhard Hain grundfalsch: „Es geht nicht um starre Regeln, es geht um die Begegnung zwischen Menschen – sei es auf nationaler oder auf internationaler Ebene.“ Mit seinem Beratungsunternehmen TI Communication begleitet er seit 15 Jahren mit einem mehr als 80-köpfigem Team Firmen erfolgreich bei der Internationalisierung ihres Geschäfts. Infineon, Robert Bosch, Hilti und zahlreiche weitere Weltmarktführer sowie KMUs zählen zu seinem Kundenkreis.

„Lernen darf Spaßmachen“

Statt auf das sture Lernen von Verhaltensregeln setzt Hain auf ein tiefes Verstehen kultureller Besonderheiten und kleiner Kommunikations-Codes und darauf, zu beobachten, ohne zu bewerten. „Lernen darf auch Spaß machen und sinnlich sein“, lautet ein wichtiges Prinzip. Und so ist es nur konsequent, dass er sich im Herbst 2014 mit einem Genuss-Spezialisten zusammengetan hat, um Lernen und Genuss miteinander zu verbinden: Mit Christoph Hauser, unter anderem bekannt von Hausers Kochlust, bietet er nun „Interkulturelle Genussworkshops“ an. In Gruppen bis zehn Personen werden bei eintägigen Seminaren, die jeweils einen bestimmten Kulturraum thematisieren, interkulturelle Kommunikation theoretisch erläutert und praktisch geübt und schließlich beim Kochen und Verzehren eines ländertypischen Mahls das sinnliche Verstehen der Zielkultur vertieft. Dass es sich dabei um alles andere als einen klassischen Kochkurs handelt, macht Christoph Hauser klar. „Es ist vielmehr ein Werkzeug, um grundlegende kulturelle Eigenheiten erfahr- und verstehbar zu machen und zu vermitteln.“

Denn die jeweilige Länderküche enthalte eine Reihe spezifischer Eigenschaften, die sich als „Thema“ durch die jeweilige Kultur zögen. „Schon allein die Zutaten sind länderspezifisch – was wächst in der Landschaft, welche Bedeutung haben Gewürze, Wasser, Fleisch, Getreide?“ Außerdem gibt es Nuancen in den Küchentechniken, die das Bild der Kultur abrunden können. Zum Beispiel hinsichtlich des Zeitverständnisses: „Ein Reisgericht ist bei uns eine schnelle Sache: Reis aufsetzen, nach 20 Minuten abgießen, fertig ist die Sättigungsbeilage“, sagt Hain. „Die Zubereitung eines persischen Reisgerichts ist da eine andere Sache – das kann sich über Stunden hinziehen!“ Nicht zuletzt gebe es generelle Parallelen zwischen dem Kochen und dem Geschäftsleben, erklärt Hauser: „Kochen ist zuerst einmal Chaos – alles beginnt damit, sich auf eine Geschäftsordnung zu einigen, Arbeiten zu verteilen, jeden nach seinen Fähigkeiten einzusetzen. Außerdem lernt man sich auf einer anderen Ebene kennen: Welche verschiedenen Typen gibt es in der Gruppe, und wie agiert man untereinander?“

Erst Hirn, dann Herd

Der Ablauf der Seminare folgt einem bestimmten Schema: Zunächst gibt es eine Einstiegsübung, die etwas mit der Zielkultur zu tun hat. Bei der Erstauflage zum Thema „Arabien“ ging es hier um Begrüßung, Körperkontakt, kurz: um das Zulassen von mehr Nähe, als sie in unserem Kulturkreis üblich ist. „Im arabischen Kulturraum ist es nicht unüblich, dass ein Geschäftsführer den Gast an der Hand nimmt und mit ihm Hand in Hand durch die Firma geht, um sie ihm zu zeigen“, so Hain. Das sollte man wissen – und besser noch vorher schon „erfahren“ haben. Bei einer interaktiven Einführung geht es dann um Grundlagen interkultureller Kommunikation, bevor unter dem Motto „Erst Hirn, dann Herd“ das Abendessen gemeinsam vorbereitet wird und Christoph Hauser eine kleine Einführung in kulturspezifische Nahrungsmittelkunde gibt. Beim Punkt „Umgang mit Lob und Kritik“ wird wieder ein Knackpunkt der interkulturellen Kommunikation thematisiert: Lob, bei uns eher eine rare Äußerung, wird, so es fehlt, anderswo als offene Kritik verstanden. Nach dem Nachmittagskaffee und einem Workshop über „Meetings, Verhandlungsführung und Geschäftskontakte“ folgt das gemeinsame Kochen und schließlich unter dem Titel „Mit allen Sinnen genießen“ das gemeinsame Abendessen unter Berücksichtigung spezieller Tischsitten und mit Tipps zu Kleidung und Smalltalk.

Das neue Angebot soll laut Hauser den Mitarbeitern, die vor einer interkulturellen Herausforderung stehen, mehr Sicherheit geben. Für ihn ist es außerdem Ausdruck seiner eigenen neuen beruflichen Ausrichtung: Derzeit absolviert er neben seiner Tätigkeit als Koch eine Ausbildung zum systemischen Berater bei Istob in München. Schon heute berät auch er Personen, Organisatoren und Strukturen, ganz aktuell die Stadt Regensburg zum Gastrokonzept für die alljährliche Ferienaktion „Mini-Regensburg“. Und als es bei einem Verein in Essing darum ging, eine neue Organisationsform zu finden, beriet er, indem er anhand eines Caterings von 600 Personen Abläufe erlebbar machte, Strukturen und Organisationsmodelle erläuterte.

Nach dem ersten Kurs im Mai sind derzeit fünf feste weitere Termine geplant: am 9. Oktober zum Thema China (bereits ausgebucht), am 12. Februar über den Alpenraum, am 18. März zu China, am 20. Mai zu Indien und am 21. Oktober 2016 zu den USA. Außerdem ist es, so Hain, für Firmen jederzeit möglich, eigene individuelle Termine zu buchen. Veranstaltungsort ist das H95 in der Regensburger Ostengasse, doch natürlich seien auch andere Örtlichkeiten bespielbar, sagt Christoph Hauser, zum Beispiel auch in der jeweiligen Firma selbst. „Wichtig ist nur, dass die Atmosphäre stimmt – die mobile Küche können wir stellen.“

eMag-Porträt: Ashish Kumar
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Donnerstag, 23. Mai 2019

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