Globalisierung schreitet voran - Mitarbeiter-Entsendung ins Ausland: So organisieren Sie die Rückkehr optimal!

Globalisierung schreitet voran - Mitarbeiter-Entsendung ins Ausland: So organisieren Sie die Rückkehr optimal!

Zuerst erschienen als Gastkolumne in Focus Online, Januar 2016

Weltweite Entsendungen von MitarbeiterInnen sind für viele Groß-Unternehmen längst Alltag. Die kulturspezifische Vorbereitung der entsendeten MitarbeiterInnen ist dabei üblich. Firmen müssen allerdings clever planen, damit sie Zeit und Kosten sparen.

Abgesehen von der Gefahr des Abbruches einer Entsendung lauern auf den Arbeitgeber aber noch andere Risiken: Werden entsendete MitarbeiterInnen bei der Rückkehr nicht angemessen betreut und auf die „neue alte“ Situation vorbereitet, kann auch dies sehr verlustreich, z.B. mit dem Weggang der MitarbeiterInnen enden. Häufig verlassen „Repats“ nach der Rückkehr ins Stammhaus schnell das Unternehmen – Personalabteilungen sind überrascht, die MitarbeiterInnen enttäuscht. Aber warum ist das so?

Die einzige Konstante ist die stete Veränderung

Wer zwei bis fünf Jahre, der häufigste Zeitraum für Entsendungen, seine Zeit im Ausland verbringt, wird danach anders denken und arbeiten. Man passt sich anderem Kommunikationsverhalten, anderen hierarchischen Strukturen und entsprechenden Entscheidungsstrukturen an. In vielen Ländern lernt man in verantwortlichen Positionen eigenständiger und pragmatischer zu entscheiden und zu gestalten. Egal wie die Vorgaben des Stammhauses waren.

Die Familie hat nebenbei gelernt, welche Vorteile das Leben in anderen Ländern bringen kann und hat neue Freundschaften geknüpft. Alles in allem hat sich das eigene Verhalten in vielen Belangen verändert. Gleichzeitig hat sich das Unternehmen zu Hause auch verändert. Umstrukturierungen, veränderte Zuständigkeiten, neue Teams und neue Aufgaben, manchmal sogar zwischenzeitlich durchgeführte Besitzerwechsel haben die ursprüngliche Firmenkultur in ein neues Konstrukt verwandelt. Nicht nur nationale Kulturen sondern auch Unternehmenskulturen unterliegen einem stetigen Wandel.

Mangelnde Wertschätzung wird teuer

Expats kommen mit einem anderen Wissen, mit geänderten Verhaltensweisen und erweitertem Know-how in ein verändertes Stammhaus zurück. Nicht selten ist ein adäquater Einsatz mit ähnlichen Kompetenzen wie in der alten Position oder der im Ausland „zu Hause“ nicht gewährleistet. Man hat mehr Wissen und Know-how, ist damit aber plötzlich „überqualifiziert“, wird nicht entsprechend eingesetzt und fühlt sich zwischengeparkt, nicht wertgeschätzt.

Das im Ausland neu gewonnene Wissen ist gleichzeitig interessant für andere Unternehmen, vor allem für Konkurrenten aus dem eigenen Branchenumfeld. Innerhalb kürzester Zeit paart sich hier angestauter Frust mit lukrativen Angeboten von außen.

Es geht nicht ohne Rückkehrvorbereitung

Die Vorbereitung der Rückkehr nach einer Entsendung muss deswegen bereits vor der Entsendung beginnen. Es reicht nicht aus nur die Projektaufgaben zu beschreiben und den Umzug zu organisieren. Das Thema Karriere- und Familienplanung muss in jeder Phase von Entsendung und Rückkehr offen behandelt werden. Arbeitgeber haben hier eine Fürsorgepflicht. Entsendete brauchen zum Zeitpunkt der Ausreise eine Zusage über die Verwendung nach der Rückkehr.

Während der Entsendungsphase muss eine Anbindung an das Stammhaus gewährleistet sein. Damit findet ein steter Austausch an Informationen und eine aktuelle Bindung an das Stammhaus statt. Veränderungsprozesse werden transparent, die Expats fühlen sich beteiligt und weiterhin als Teil des Ganzen. Nur so sichert man erworbenes Know-how, verhindert unnötige Verluste und erzeugt Sicherheit.

Darüber hinaus weiß man, dass auch in der Rückkehrsituation eine Kulturvorbereitung sehr hilfreich ist. Welche Firmenkultur wird vorgefunden, welche Entscheidungs- und Kommunikationsstrukturen haben sich inzwischen entwickelt, wie ist das Unternehmen strategisch aufgestellt und welche Aufgaben und Zuständigkeiten entstehen dadurch, dies sind Fragen, die geklärt sein müssen. Das Unternehmen, das es schafft, seine Fach- und Führungskräfte auch aus der Ferne einzubinden, hat wichtige Voraussetzungen geschaffen, einen drohendem Know-how-Verlust zu verhindern.

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