Regionalkulturen USA (3/5): Der Deep South, die Midlands und Appalachia

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Wer in den USA viel unterwegs ist, erlebt auch heute regionale Kulturen: Trotz visueller Homogenität der immergleichen Hotel-, Restaurant- und Ladenketten sind Unterschiede im Kommunikationsstil, sowie im Arbeitsverhalten, in Bildung und Werten spürbar. Im Coaching von Expatriates erlebe ich es oft, dass die Überraschung groß ist, wenn etwa „das“ bekannte Amerika (zum Beispiel um Boston) nach einem Umzug in eine andere Region (zum Beispiel Charlotte) auf einmal ein Erlernen einer neuen Kultur im selben Land erfordert.

 

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Regionalkulturen USA (2/5): Britische Kolonien Tidewater & Yankeedom vs. New France und New Amsterdam

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Als europäische Immigrantin in den USA erlebe ich das Land auch nach zehn Jahren immer noch als überraschend. Die Realität ist anders als ich es erwarte; sie fügt sich nicht in die Bahnen meines Denkens ein. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, politische Prozesse oder die bitteren Debatten in den USA beispielsweise, wenn es um die Rolle öffentlicher Schulen oder des Staates geht, erstaunen auch viele US-Amerikaner. Wie entstehen diese Dynamiken?

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Regionalkulturen USA (1/5): Ein Land, 11 „Nationen“, 50 Staaten

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Sind Ihnen El Norte, die Midlands oder Tidewater im Zusammenhang mit den USA noch nie begegnet? Dann heißen wir Sie herzlich willkommen zu dieser Blog-Serie!

In insgesamt 5 Teilen erfahren Sie, dass es (wie in jedem Land) nicht „die Amerikaner“ gibt, und dass den heutigen Bundesstaaten eine Vielfalt verschiedener Regionalkulturen zu Grunde liegt. Erfahren Sie mehr zu den Wurzeln dieses großen Landes sowie zur Wirkung der Gründungsgeschichte auf Gesellschaft und Wirtschaft der USA bis heute. Mythen werden beleuchtet und scheinbar Paradoxes in diesem Land transparenter. Ich freue mich darauf, Perspektiven mit Ihnen zu teilen, die auf mehr als 10 Jahren Lebens- und Arbeitszeit in den USA beruhen.

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Geschäfte machen im Rosenkrieg

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Keiner kann sagen, dass die letzten Wochen unter der neuen amerikanischen Regierung irgendetwas anderes als ein „roller coaster of emotions“ waren. Und das trifft zu, egal auf welcher Seite man steht. Es war wirklich alles dabei, was man auf einer menschlich-psychologischen Skala empfinden kann. Auf der liberalen, oder demokratischen, Seite fing es mit ein wenig Hoffnung und viel Wut an, die aber blitzschnell durch erschütternde Angst ersetzt wurden. Diese wurde wiederum von Wut und dann Missgunst abgelöst. Ende offen! Auf der konservativen, oder republikanischen, Seite fing alles mit Euphorie und Schadenfreude an, welche aber blitzschnell Empörung und Wut Platz machte. Diese wurde dann wiederum von Enttäuschung abgelöst. In der republikanischen Partei haben sich dabei zwei Lager gebildet. Die einen sind verstört, dass Donald Trump seine Wahlversprechen tatsächlich wortwörtlich umsetzen will, die anderen sind enttäuscht, dass sich manches davon, trotz einer „executive order“, nicht durchsetzen lässt. Das Scheitern der neuen Einreisebestimmungen vor mehreren Bundesgerichten und der schnelle Rücktritt des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn waren für die Handlungsfähigkeit der neuen Administration ein herber Rückschlag. Aber auch hier: Ende offen!

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Make America great again! – Gib mir meinen amerikanischen Traum wieder!

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Das Streben nach Glück ist in der amerikanischen Verfassung verankert. Wenn man, wie ich, in den Vereinigten Staaten groß wird, dann wächst man auf im Glauben, dass alles erreichbar ist, wenn man nur hart genug dafür arbeitet und nicht aufgibt! Die Axiome meiner Kindheit und Jugend lauteten: „Wenn Du fleißig bist, wirst Du immer ein Dach über dem Kopf haben!“ oder „Mit einem Universitätsabschluss wirst Du erfolgreich! Mach Dir keine Sorgen, wenn Du Dich dafür verschulden musst, denn Du wirst es wieder zurückzahlen können.“

Es war so tief eingeprägt und wurde so gut verkauft, dass ich am ersten Tag meines Studiums erfolgreich drei Kreditkarten beantragt hatte und mit Anfang 20 über einen Kreditrahmen von über $20.000 verfügen konnte. Man muss dazu erwähnen, ich hatte noch keinen Job! Man muss auch dazu sagen, die Bankrepräsentanten standen ständig verfügbar vor der Mensa - und ich hätte jederzeit weitere Karten beantragen können.

Fall Sie sich nun fragen, was das mit der Trump Wahl zu tun hat: vermutlich viel zu viel!

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Pest oder Cholera? – Anmerkungen zum Präsidentschaftswahlkampf in den USA

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Alle vier Jahre, wenn in den USA der mächtigste Mann, oder dieses Mal vielleicht auch die mächtigste Frau, der Welt gewählt wird, erliegt auch Europa der Faszination dieses milliardenschweren Schauspiels. Zum einen liegt das am komplexen Wahlsystem über ein Wahlmännerkollegium, das ganz auf die Bedürfnisse eines Flächenstaates im 18. Jahrhundert zugeschnitten ist, zum anderen an der besonderen Streitkultur des Wahlkampfes, der besonders dieses Jahr wieder die Züge einer saftigen Schlammschlacht annimmt. Und dann ist da natürlich auch die Faszination der Kandidaten. Auf demokratischer Seite Hillary Rodham Clinton, einst First Lady, die aber seit vierzig Jahren bereits ein eigenständiges politisches Lebens führt. Eine Kandidatin, die sich stets vor allem für Gerechtigkeit, Kinder, Jugendliche, Familien und Schwache der Gesellschaft eingesetzt hat und als Außenministerin die Geschicke der USA in der Welt mitgeprägt hat. Als Vertreterin des politischen Establishments findet sich aber natürlich auch die eine oder andere Leiche in ihrem Keller. Auf republikanischer Seite, Donald J. Trump, ein millionenschwerer Immobilientycoon, der im Vorwahlkampf seine Gegner durch großsprecherische Gesten deklassiert hat, teilweise abstruse Ideen vertritt und ein besonderes Verhältnis- um es vorsichtig zu formulieren- zu Frauen pflegt. So kommt es einem aus europäischer Sicht ein wenig wie bei einem Autounfall auf der anderen Fahrbahn vor: Man will zwar nicht gaffen, aber wegschauen kann man auch nicht. Doch wie sehen das die Amerikaner?

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Welches Amerika ist das? Gedanken zum Präsidentschaftswahlkampf

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Welches Amerika ist das? Wie sind wir an diesen seltsamen Ort gekommen? Als Europäerin, die seit der Bush (Junior) Präsidentschaft in den USA lebt, ist das ein tagtägliches Rätsel. Gegenwärtig stellen sich viele AmerikanerInnen ähnliche Fragen. Mit einem Blick darauf, wie kulturelle Wurzeln und die Herausforderungen der Gegenwart zusammenwirken, werden die Dynamiken verständlicher.

Kulturelle Wurzeln

Geschichtlich tief verankerte Ideologien haben nach wie vor eine erhebliche Wirkung auf die gegenwärtigen Wahrnehmungen und emotionalen Reaktionen im politischen Prozess: Da die Nation der Vereinigten Staaten durch eine Revolution entstanden ist, haben viele Amerikaner eine positive Einstellung zu einer Trotzhaltung gegen Autoritäten im Allgemeinen und Misstrauen gegenüber Regierungen im Speziellen beibehalten. Freiheit (liberty) wird vor allem als Freiheit von Regierungskontrolle verstanden, Individualität (individuality) als das Recht zu sein und zu tun, was man will, und das Gesetz (rule of law) als dazu dienend, beides zu schützen. Gleichheit (equality) erkennt zwar an, dass es Unterschiede in Status und Erfolg gibt, akzeptiert aber keine naturgegebenen Unterschiede. Diese Haltung ist verwoben mit einer grundlegenden Identität als ein christliches Amerika und unterstützt die wichtige Rolle von Religion im politischen Leben, obwohl Kirche und Staat verfassungsrechtlich streng getrennt sind.

Gegenwart

Diese historischen Hintergründe werden von allen PräsidentschaftskandidatInnen (und den Medien) auf jeweils unterschiedliche Art rhetorisch genutzt. Gleichzeitig unterscheidet sich  der heutige Kontext für die KandidatInnen sehr  von den Wahlkämpfen der 90er Jahre, geschweige denn den Gründungsjahren der amerikanischen Republik. Eine Vielzahl massiver Veränderungen, u.a. in Geopolitik und Technologie, erzeugen einen hohen Druck auf politische Strukturen, Prozesse und Gewohnheiten – inklusive der Aufrechterhaltung des Zwei-Parteiensystems. Auch wenn dies kein explizites Wahlkampfthema ist, spürt die Öffentlichkeit verstärkt die Notwendigkeit tiefgreifender politischer Reformen.

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Verantwortung übernehmen - ti Kochkultur mit Christoph Hauser

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Gestern habe ich meine Fotos aus den letzten Jahren sortiert. Die Möglichkeiten der Gesichtserkennung sind beeindruckend. Ich bin echt technikbegeistert. Zu sehen, wie Orte, Zeiten, Menschen und Situationen von der Technik nachvollzogen werden können, ist aber auch beängstigend.

Es ist Sinn und Zweck eines solchen Hilfsmittels, die händische, analoge Arbeit zu erleichtern. Wenn die Maschinen dann intelligent werden, was macht das mit uns? Die Frage stelle ich mir auch immer wieder, wenn ich nach meiner Meinung zu der berühmten Küchenmaschine eines bekannten Haushaltsgeräteherstellers gefragt werde. Das neueste Modell dieser Küchenmaschine hat eine „Guided Cooking Funktion“. Es gibt programmierte Chips mit gespeicherten Rezepten, die in Wort und Bild jeden einzelnen Handgriff des Bedieners erläutern und mit der eingebauten Waage überprüfen. Jede und jeder kann also jetzt mit Gelinggarantie „kochen“. Toll oder?
Zwei Dinge machen mich stutzig. Zum einen: Woher kommt der Wunsch nach dieser Gelinggarantie? Warum ist es so angenehm zu wissen, dass alles funktionieren wird? Ist Bequemlichkeit so wichtig und komfortabel, dass wir dafür im Alltag auf Kreativität mit der Möglichkeit von Fehlern und dem Scheitern verzichten? Der Wunsch nach Perfektion, Vereinfachung und Struktur ist scheinbar größer als die Freude am Ausprobieren. Der gesetzte Rahmen angenehmer als das weiße Blatt.  Die Lieferkiste mit fertigen Rezepten passt besser in unser Leben als der Gang auf den Markt. Das geputzte und vorbereitete Gemüse sauberer als die krumme Karotte mit Erdresten und die unter Schutzfolie verpackten Hähnchenbrüste schöner anzusehen, als das ganze Huhn? Welche Aussage über unsere Gesellschaft macht das?

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Virtuell quer durch die Welt: Den American Way verstehen

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E-Learning ist heute ein attraktives Add-On, um Inhalte interkultureller Trainings ganz individuell, zeitlich- und räumlich unabhängig noch einmal zu wiederholen. So ist E-Learning auch in dem von ti communication neu definierten Lernprozess fester Bestandteil. ti communication Praktikantin Johanna Malkowsky hat für uns das länderspezifische Tool zu den USA des E-Learning Programms Country Navigator getestet.

Bevor ich zu meinem Auslandssemester in die Sonne Kaliforniens aufbrach, war ich noch relativ selbstbewusst, den American Way durchschaut zu haben. Schließlich war ich bereits mehrfach in den USA, habe mich viel mit der Kultur beschäftigt und besitze eine handfeste Ausbildung in interkultureller Kommunikation.
Im Unialltag sah das Ganze aber schon  anders aus: Spätestens als eine amerikanische Dozentin eine Präsentation, die ich mit dänischen und deutschen Kommilitonen vorbereitet hatte, mit den Worten: „Puhh, you guys seem to learn: the more, the better“ kommentierte, wurde mir klar, dass es noch Einiges zu lernen gab!
Ich hatte das Glück, dass ich schließlich genau zu diesem Zweck, zum Lernen, in den USA war. Schnell  wurde mir nach weiteren ähnlichen Kommentaren bewusst, dass eine kurze Präsentation halten, nicht etwa zwanzig sondern fünf Minuten bedeutet, dass Fakten zählen und konkrete Handlungsimplikationen wichtiger sind als Theorien.
Wie sieht das aber im Alltag eines international tätigen Unternehmens aus? Hier wird den MitarbeiterInnen eine solche Lernphase wohl nicht so einfach zugestanden und interkulturelle Missverständnisse bringen nicht selten enorme Kosten mit sich.

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Deutschland und Österreich haben alles gemeinsam – mit Ausnahme der Sprache natürlich

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So könnte man Churchills Aperçu über England und die USA variieren. Schrank und Kasten, Kühlschrank und Eiskasten, Sakko und Rock, Sessel und Stuhl (in Österreich nur etwas sehr Unappetitliches), Treppe und Stiege (in Österreich ein Gebäudeteil), Estrich und Boden, Blumenkohl und Karfiol, Schlagsahne und Schlagobers, Kneippe und Beisl, ich bin/ich habe gestanden (in Österreich nur ein Geständnis), ich bin/ich habe gesessen (in Österreich nur im Gefängnis) – das sind gerade ein paar Beispiele, die letzte Dudenausgabe führt ca. 850 Austriazismen der Alltagssprache  an. Dazu kommen noch feine Unterschiede in der mündlichen und schriftlichen Ausdrucksweise, wie der häufigere Gebrauch von bitte und danke oder des Konjunktivs Imperfecti (könnte, dürfte, sollte, würde) anstatt des Indikativs Präsentis.

Wenn es aber nur diese Differenzen in Vokabular, Grammatik und Stil gäbe, könnte man sich noch leicht daran gewöhnen und „zur Tagesordnung übergehen“. Nicht so leicht fassbar, aber viel wichtiger sind die Unterschiede in Mentalität und Verhalten. So sind Zeitbegriff, Zusagen und Abmachungen in Österreich oft etwas weniger verbindlich als in Deutschland, auch sind persönliche Beziehungen meist viel wichtiger als sachliche Argumente. Es sind eben aus den Jahrhunderten des Vielvölkerstaats der Monarchie noch einige orientalische Spuren verblieben, schon für Metternich hat der Balkan ja bereits in Simmering (einem östlichen Wiener Gemeindebezirk) begonnen. Gerade weil beide Länder Teile desselben deutschen Kulturkreises sind, gerät man leicht in Versuchung, diese interkulturellen Unterschiede zu ignorieren oder zumindest zu bagatellisieren - und ist dann verwundert bis irritiert, wenn daraus persönliche und geschäftliche Probleme resultieren.

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