„Zij zijn groot en ik is klein“ – Deutschland und die Niederlande

„Zij zijn groot en ik is klein“ – Deutschland und die Niederlande

Linda Gagel, Praktikantin bei ti communication, durfte die Unterschiede zwischen den Niederlanden und Deutschland hautnah erleben.

Die Niederlande. Eher durch Zufall kristallisierte sich nach dem Abitur für mich genau dieser „kleine Bruder“ Deutschlands als das Ziel für mein Auslandsjahr heraus. Dort angekommen fühlte ich mich zunächst sehr wohl in meiner deutsch-niederländischen Gastfamilie, bis mich nach etwa drei Monaten der erste wirkliche Kulturschock überraschte. Ich war das erste Mal alleine mit meinem niederländischen Gastvater zu Hause, da meine Gastmutter, ihres Zeichens gebürtige Berlinerin, auf Geschäftsreisen unterwegs war. Das sonst so geregelte und gesittete „deutsche“ Abendessen – Fisch/Fleisch, Kartoffeln, Gemüse im Esszimmer mit Platzsets für jeden – wurde durch Andijviestamppot ersetzt, ein sehr leckeres, wenn auch oft nicht sehr ansehnliches Eintopfgericht aus gestampften Kartoffeln mit Endivien und gebratenem Speck. Und natürlich wurde Ganze auf die Couch verlegt, denn schließlich lief Fußball im Fernsehen. Hier war er dann: Mein Frontalcrash mit der niederländischen Informalität!

Doch wie kann es sein, dass ich diesen durchaus prägenden Wert der dortigen Gesellschaft erst nach so langer Zeit zum ersten Mal bewusst erlebte?

Mir ging es bis dahin ähnlich, wie dem Großteil der Bevölkerung in Deutschland und vor allem in meiner Heimat Bayern: Das kleine Land Holland, wie wir es so häufig nennen - obwohl der Name eigentlich nur zwei Provinzen bezeichnet - spielt einfach keine bedeutende Rolle in unserem Bewusstsein. Unsere Assoziationen zu Holland wie: schlechter Fußball, eine nicht ernst zu nehmende Sprache oder ein sehr freier Umgang mit Gesetzen sind etwas begrenzt.
Da ist es fast schon kein Wunder, dass unser Nachbarland den „Calimero-Komplex“ entwickelte, benannt nach dem kleinen Küken mit der Eierschale auf dem Kopf und seinem Problem: „Sie sind groß und ich bin klein, das ist nicht gerecht.“

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Fehler im Auslandsgeschäft - Zehn sichere Wege, Geld zu verbrennen: Der zehnte Fall - Betriebsstätte oder Tochtergesellschaft? Brauchen wir nicht.

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Ein Beitrag von InterGest, Partner von ti communication.

Frau Diener leitet eine Gebäudereinigungsfirma an der deutsch - niederländischen Grenze und beschäftigt dort etwa 200 Mitarbeiter. In Deutschland hat sie bedeutende Kunden wie etwa die Deutsche Bahn oder große Hotels. Ihre Mitarbeiter kommen zwar aus allen möglichen, vor allem osteuropäischen Ländern, haben aber immer einen geltenden deutschen Arbeitsvertrag und sind natürlich ordnungsgemäß angemeldet.

Nun kommt Frau Diener bei der Veranstaltung eines Wirtschafts­verbandes mit einem niederländischen Unternehmer in Kontakt, der ein Hotel mit über 200 Betten in den Niederlanden hat und dort eine Firma für die notwendigen Reinigungsarbeiten sucht. Bisher hatte das Hotel eigene Reinigungskräfte und Zimmermädchen, aber die Kosten für Personal und Sozialversicherung sind inzwischen so hoch gewor­den, dass sich ein Outsourcen dieser Tätigkeit als durchaus sinnvoll erweist.

Nach einigen Verhandlungen ist man sich einig und Frau Diener wird ab sofort die Reinigungskräfte für das Hotel stellen. Etwa 15 Per­sonen von Frau Diener sind nun für das Niederländische Hotel be­reitgestellt und fahren jeden Tag die etwa 30 km aus Deutschland zu ihrem Arbeitsplatz im Nachbarland.

Einige Zeit vergeht und beide Geschäftspartner sind mit der ein­gegangenen Verbindung sehr zufrieden. Frau Diener verdient gutes Geld in den Niederlanden und der Hotelbetreiber ist sehr zufrieden. Alles läuft perfekt. Alles? Nun ja, sieht man einmal von der Tatsache ab, dass Frau Diener eine Dienstleistung im Ausland erbringt und da­bei so tut, als hätte das keine steuerlichen Konsequenzen. Frau Diener ist nämlich nicht einmal auf die Idee gekommen, dass sie über ihre Tätigkeit eine Betriebsstätte in den Niederlanden begründen könnte. So fakturiert sie fleißig die Dienste ihrer Firma mit deutscher MwSt und versteuert die Erträge ebenfalls in Deutschland.

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