Von Aleppo nach Hilpoltstein – Geflüchteter Omar bei der Jakob Stahl GmbH & Co. KG

Der 31-jährige Syrer Omar aus Aleppo arbeitet seit September 2015 bei der Firma Jakob Stahl GmbH & Co. KG, einem fränkischen Unternehmen für die Fertigung & Montage von Rollladen, Fenster und Sonnenschutz in Hilpoltstein. Im Interview mit Prokurist Julian Schuster wird klar, welch eine Bereicherung ausländische MitarbeiterInnen  für ein mittelständisches Unternehmen sind.

Wie entstand der Kontakt zu Omar?

Omar kam bei seiner Ankunft in Deutschland in eine Aufnahmeeinrichtung in Heideck. Dort entstand der Kontakt zu einem deutschen Ehepaar, das sich für Omars weiteren Lebensweg stark einsetzte: sie meldeten ihn in einem Deutschkurs an einer Volkshochschule an und, weil Omar gerne Volleyball spielt, meldeten sie ihn auch in einem Volleyballverein in Allersberg an. Somit verfügte Omar von Beginn an über soziale Kontakte und lernte sehr schnell Deutsch. Außerdem kümmerte sich das Ehepaar um ein Bankkonto für Omar.

Vor seiner Beschäftigung in unserem Unternehmen lebte Omar bereits ein halbes Jahr in Deutschland. Die Frau des Ehepaares kontaktierte viele Unternehmen in der Umgebung, um Omar eine Arbeitsstelle zu organisieren. Mich hat es erstaunt, dass viele Unternehmen abgesagt haben und meinten, sie bräuchten nur Spezialisten. Entsprechend haben sich das Ehepaar und Omar gefreut, als wir gesagt haben, sie sollen doch mal vorbeikommen.

Für die Arbeitserlaubnis war natürlich ein Dialog mit dem Landratsamt Roth wichtig. Nachdem für den freien Arbeitsplatz in unserem Unternehmen kein Arbeiter aus Deutschland gefunden werden konnte, durfte Omar die Arbeit im September 2015 aufnehmen. Jedoch verwundert es mich, dass seine Aufenthaltsgenehmigung immer nur ein halbes Jahr verlängert wird. Ob man einen Job in Deutschland findet oder nicht, spielt in diesem Zusammenhang scheinbar keine Rolle.

Wie sieht Omars Arbeitsalltag aus?

Omar arbeitet in der Werkstatt in der Rollladenkastenfertigung, hier kommt er auch mit Kunden in Kontakt. Er hat eine starke Auffassungsgabe und ist hochmotiviert.

Gab es interessante/auffällige Situationen im Unternehmen, die sich auf die kulturellen Unterschiede von Omar und anderen MitarbeiterInnen zurückführen lassen?

Kaum. Es gab nur zu Beginn Unsicherheiten seitens der MitarbeiterInnen über den Umgang mit dem neuen Mitarbeiter aus Syrien, jedoch hat sich das schnell durch Omars gute Arbeit und seine guten Deutschkenntnisse gebessert.

Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die sich mit der Entscheidung, Geflüchtete einzustellen, beschäftigen?

Beim Landratsamt, in unserem Fall in Roth, gibt es entsprechendes Personal für diesen Bereich. Wir haben hier sehr gute Erfahrungen gemacht, die Ansprechpersonen sind hochmotiviert und freuen sich, wenn Unternehmen auf sie zukommen. Im Fall von Omar war es auch ideal, dass das Ehepaar als Ansprechpartner mitgewirkt hat.
Auch wenn es natürlich schwierig ist, jemanden zu finden, der bereits über für das Unternehmen relevante Kenntnisse verfügt (Ausbildung, Erfahrungen in der Branche), können Fertigkeiten angelernt werden.

Wie sieht Omars Zukunft bei euch aus?

Er wird über den Sommer erst einmal in der Rollladenkastenfertigung bleiben, im Herbst werden wir uns mit ihm zusammensetzen und Weiteres planen. Wir freuen uns aber über eine langfristige Zusammenarbeit mit ihm.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Schuster!

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