Andere Länder, andere Sitten - interkulturelle Trainings bei der Rausch & Pausch GmbH

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Die Rausch & Pausch GmbH, kurz RAPA, zählt seit Jahren zu den weltweit führenden Herstellern von hydraulischen und pneumatischen Ventilsystemen für den Fahrzeugbau. Das Unternehmen mit Hauptsitz im oberfränkischen Selb beschäftigt inzwischen über 950 MitarbeiterInnen an drei Standorten in Deutschland und den USA. Um die Kommunikation und Kooperation zwischen den unterschiedlichen Standorten reibungsloser zu gestalten, unterstützt ti communication RAPA in regelmäßigen Abständen mit interkulturellen Trainings und Coachings. Um seine MitarbeiterInnen genauer über die verschiedenen Trainingsangebote zu informieren, führte die Redaktion der „Ventilpost“, dem firmeninternen Newsletter der Rausch & Pausch GmbH, vor Kurzem ein sehr interessantes Interview mit unserer Senior Trainerin Sabine Wagner, das Sie im Folgenden in voller Länge nachlesen können:

Natürlich merken alle drei Gäste, dass das Fleisch verbrannt ist. Doch wie reagieren der Deutsche, der Amerikaner oder der Japaner? Der Deutsche würde das Fleisch kritisieren und über die Beilagen auf dem Teller kein Wort verlieren – zumindest kein nettes. Der US-Amerikaner würde auch das Fleisch kritisieren, aber gleichzeitig die Beilagen loben. Der Japaner wiederum würde die Beilagen loben, jedoch über das verbrannte Fleisch kein Wort verlieren. Die Vergleiche zeigen, dass die Kulturen durch unterschiedliche Werte und Vorgehensweisen geprägt sind. In der Feedbackkultur sind die Deutschen beispielsweise sehr ehrlich und direkt. Daran muss sich ein Amerikaner erst gewöhnen. Wo der Amerikaner denkt, er liege noch in der Zeit, wird der Deutsche schon nervös und spricht von „Verzögerung“.

Der Tanz mit dem Eisberg
Traditionen, Werte, Religion und vieles mehr prägen unser Verhalten bei Begegnungen und Zusammenarbeit. Treffen Personen aus unterschiedlichen Kulturen aufeinander, fallen zunächst die offensichtlichen Unterschiede wie Aussehen, Sprache und Kleidung auf. Interessanter sind allerdings die verborgenen Merkmale einer Kultur, die sich unter der Oberfläche befinden. Wie beim Eisberg sehen wir nur die Spitze, die Werte darunter sind nicht offensichtlich. Und doch sind das die von Kindheitsbeinen an verinnerlichten Werte, Grundüberzeugungen und ungeschriebenen Regeln des Zusammenlebens, die Orientierung und Identität geben.

Kennenlernen schafft Vertrauen
Als international agierendes Unternehmen ist für uns eine reibungslose zwischenbetriebliche Zusammenarbeit unverzichtbar. Speziell im Rahmen unserer Standardisierungsteams ergeben sich tägliche Berührungspunkte. Daher ist es wichtig, mit einem interkulturellen Training die Kooperation und Kommunikation zwischen Selb und Auburn zu verbessern und die Sensibilität für fremde Kulturen zu erhöhen.

Die Trainings in Selb fanden am 11./12.11.2015, 20./21.04.2016, 11./12.05.16 und 10./11.11.16 statt, in den USA am 22./23.08.16 und 24./25.08.16. Weitere Schulungstermine werden aufgrund der hohen Nachfrage folgen. Die Trainings wurden von Sabine Wagner („ti communication“) durchgeführt.


Sabine Wagner ist Deutsche und hat über 15 Jahre in den USA, England, Frankreich & Asien gelebt. Seit 2001 ist sie als als interkulturelle Senior Trainerin und Beraterin tätig und unterstützt Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen bei der Optimierung ihrer internationalen Geschäftsbeziehungen.


Das Interview mit Sabine Wagner

Ventilpost: Was können Sie dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen deutschen und amerikanischen Kollegen so gut wie möglich zu gestalten?

Sabine Wagner: Ich kann dazu beitragen, den TeilnehmerInnen zu helfen, sich Unterschiede zu vergegenwärtigen. Damit meine ich speziell die eigenen Verhaltensweisen zu reflektieren, sie offen zu legen, um nicht nur die Differenzen zur fremden Kultur besser erkennen zu können, sondern auch Rückschlüsse auf die eigene Herkunft zu ermöglichen.

Ventilpost: Welche Vorurteile sind im deutsch-amerikanischen Kontext besonders häufig vertreten?

Sabine Wagner: Das sind für mich ganz klar die Vorurteile „Peach“ und „Coconut“. In den sog. „Peach-Kulturen“, wie USA, ist es üblich mit neuen Gesprächspartnern relativ „soft“ umzugehen. Der Kontakt wird oberflächlich betrachtet, einfach etwas weniger förmlich. In einer Coconut-Kultur, wie Deutschland, scheint es sich daher eher gegensätzlich zu verhalten. Von einem distanzierteren Start hin zu einer langlebigeren Geschäftsbeziehung.

Ventilpost: Gibt es Stereotypen über Deutschland oder die USA?

Sabine Wagner: Ich stimme dem Klischee zu – die Deutschen seien sehr direkt. Auch die Ernsthaftigkeit und die chirurgisch genaue Planung mit der ein Projekt angepackt wird – das klingt schon ziemlich Deutsch. Die Amerikaner wirken daher auf den ersten Blick wie das krasse Gegenteil. Was bei Ihnen direkt ins Auge sticht ist ihre „lay-back-Einstellung“ oder das „just do it“.

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