Die kulturelle Brille schärfen - eMag Interview (3)

Die kulturelle Brille schärfen - eMag Interview (3)

In der eMag-Serie „Kulturen, Kommunikation und Klischees“ spricht Infineon mit unseren interkulturellen TrainernInnen darüber, wie sie die TeilnehmerInnen ihrer Trainings auf das Leben in anderen Kulturen vorbereiten. Dabei geht es auch um Länderklischees und Fettnäpfchen. Über ihre Erfahrungen als interkulturelle Trainerin spricht Dorothea Hegner im Interview und erklärt die feinen kulturellen Unterschiede, die es sogar zwischen Nachbarländern wie Schweiz und Deutschland gibt. Ihre Spezialgebiete: Malaysia, Singapur, Schweiz, Deutschland und Österreich.

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Ein Best Practice für interkulturelle Kompetenz: Deutschland, Österreich und die Schweiz – so nah und doch so fern!

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Die Rhomberg Gruppe leistet in den Bereichen Bau, Ressourcen und Bahntechnik mit mehreren Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Jahren erfolgreiche internationale Arbeit. Dabei baut Rhomberg zu jeder Zeit auf Nachhaltigkeit und legt großen Wert auf die Berücksichtigung gesellschaftlicher Entwicklungen! Manuela Pölki, Mitarbeiterin der Human Resources Abteilung von Rhomberg Bau in Bregenz, Österreich, über kulturelle Unterschiede zwischen Österreich und seinen Nachbarn, Deutschland und der Schweiz.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für ein D-A-CH Training entschieden haben?
Wir arbeiten seit Jahrzehnten mit Unternehmen der D-A-CH Regionen zusammen und haben uns gewundert, warum es auch nach so langer Zusammenarbeit immer noch Differenzen und Unterschiede gibt, denen man sich vorher nie wirklich bewusst war. Es stellte sich heraus, dass diese Probleme kultureller Natur sind, deshalb haben wir uns für ein interkulturelles Training in den D-A-CH Kulturen entschieden.

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Warum verstehen die Schweizer die Deutschen nicht?

Warum verstehen die Schweizer die Deutschen nicht?

Zuerst erschienen als Gastkolumne in Focus Online, Oktober 2014

Wenn sich das Verhältnis der Schweizer zu den im eigenen Land lebenden und arbeitenden Deutschen auf diesen, den zur Zeit am häufigsten zitierten Satz, reduziert, dann ist Aufklärungsbedarf vorhanden. Was läuft hier schief in der Kommunikation?

„Ich krieg mal ein Bier!“

Die Schweiz ist historisch bedingt ein Land, das auf Konsens baut. Dementsprechend ist das Managementsystem wenig hierarchisch, man begegnet sich auf Augenhöhe und oft duzen sich alle im Betrieb. Im Rahmen dieses partizipativen Führungsstils hört man dann auch keine Befehle. Wenn man gefragt wird, ob man bitte (!) diese Aufgabe bei Gelegenheit erledigen könne, versteht der Schweizer augenblicklich was von ihm verlangt wird: Jetzt und sofort und auf der Stelle. Dementsprechend unhöflich, ja herrisch wirken dann die Aufforderungen aus deutschem Munde. Die Höflichkeit und der Wille zum Konsens und Frieden verbieten es nun aber dem Schweizer, den Deutschen auf diesen Lapsus, diese Barschheit aufmerksam zu machen. Mit saurer Miene wird das Bier gebracht.

„Entschuldigung, noch ein Bier bitte“

Von den Deutschen hört man immer wieder, wie nett und freundlich die Schweizer seien. Keine Wanderung ohne ein zünftiges „Grüzi“ oder „Grüzi mitenand“. Und immer wieder ein ausführliches „Danke, Merci, Danke vielmals, das ist jetzt wirklich nicht nötig gewesen“. Was aber von den Deutschen als Freundlichkeit wahrgenommen wird, ist nur eine helvetische Grundtugend: Höflichkeit. Auch diese wird wieder bedingt durch die Notwendigkeit zur Konsenskultur: Das gesellschaftliche Zusammenleben und das Funktionieren der politischen Institutionen sind in der Schweiz ohne Konsenskultur undenkbar. Jede und jeder darf mitreden. So erfordern politische Entscheidungsfindungen in der Regel Sondierungsgespräche, Konsultationsrunden, Vernehmlassungen, parlamentarische Debatten und eine direktdemokratische Mitsprache. Und wo so viele Meinungen und Welten aufeinanderprallen, wirkt die Höflichkeit als Puffer. Und einen schönen Tag noch!

„Wir hätten gern noch zwei Bierli, bitte“

Immer, wenn Menschen aufeinander treffen, begegnen sie sich auf mindestens zwei Ebenen: auf der inhaltlichen Ebene, der Sachebene und auf der zwischenmenschlichen, der Beziehungsebene. Auf der ersten wird, wenn man sich beruflich trifft, inhaltlich gearbeitet, die zweite ist gekennzeichnet durch die Atmosphäre, die zwischen den Beteiligten besteht. Im Deutschen wie auch in der Schweiz ist es üblich, im Berufsleben die Sachebene zu betonen. Zusätzlich wird aber in der Schweiz auch sehr auf die Beziehungsebene geachtet und da wird genauer hingehört und Beziehungen werden auch aktiver gepflegt. Während im deutschen eine rechte Streitkultur herrscht und man sich im Geschäftsalltag durchaus die Meinung sagt, pflegen die Schweizer einen höflichen Umgang und ein Konflikt wird eher subtil zwischen den Zeilen ausgetragen. Und was wirkt hier verbindender und entspannender als der Diminuitiv? Mit einem –li am Ende verlieren Verträge und Franken ihre Bedrohung. Aber Achtung: Aus deutschem Munde klingen „Fränkli“ und „Hüsli“ herablassend und arrogant.  

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ti communication in Zürich - Wir sind Ihr Team vor Ort - in der Schweiz und weltweit!

ti communication in Zürich - Wir sind Ihr Team vor Ort - in der Schweiz und weltweit!

NEU: ti communication in der Schweiz! ti communication ist Ihr Team vor Ort für Ihren internationalen Erfolg! Nachdem im Januar dieses Jahres unsere Vertretung in China eröffnet wurde, folgt jetzt der Startschuss für ti communication in der Schweiz. Im Interview lernen Sie Dorothea Hegner, Ihre Ansprechpartnerin in Zürich, näher kennen und erfahren mehr über ti communication in Zürich!

ti communication: Wie profitieren die Kunden von ti communication vom neuen Standort in der Schweiz?
Dorothea Hegner: Zunächst einmal profitieren insbesondere die Schweizer Kunden, wie aber auch Kunden aus Süddeutschland und Liechtenstein, die nun in den Genuss einer noch intensiveren und umfassenderen Betreuung vor Ort kommen: Nichts kann das persönliche Gespräch ersetzen. Die Nähe zum Kunden hilft vor allem in komplexeren Mandaten und Projekten, die wir für die Kunden gruppenweit nach einheitlichen Standards koordinieren und abwickeln können. Auch bestehende Kunden in Deutschland profitieren vom erweiterten Netzwerk, indem Sie je nach Bedarf auf zusätzliche hochqualifizierte Trainer zurückgreifen können, die Trainingseinheiten über die Schweiz beziehen möchten.

Gleiche Sprache – Gleiche Kultur? Besteht denn überhaupt ein Bedarf an interkulturellem Training im Kontext Deutschland und Schweiz?
Da sprechen Sie ein heikles Thema an. “Mit Deutschen? Habe ich gar keine Probleme”, höre ich zwar oft und in meiner Arbeit als interkulturelle Trainerin erlebe ich viele gute Beispiele einer funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Schweizern und Deutschen. Gleichwohl gibt es kulturelle Unterschiede, insbesondere in der Kommunikation, die immer wieder zu Missverständnissen, Spannungen und Konflikten führen. Während Personalverantwortliche bei einer Entsendung nach China sofort an eine interkulturelle Vorbereitung denken, kommt kaum jemand auf die Idee, dass dies besonders auch bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz zu empfehlen ist und das Einleben in die schweizerische Kultur wesentlich rascher und mit deutlich weniger Reibungsverlusten ermöglicht. Zu glauben, dass gleiche Sprache = gleiche Kultur bedeutet, wäre ein Trugschluss, denn bereits die Sprache ist eben doch unterschiedlich. Außerdem: Die Schweizer haben im Februar die Masseneinwanderungsintiative angenommen, dies ist zum Teil auch harte Kritik an den Deutschen, was wiederum deutsche Spezialisten verunsichern und in ihrer Arbeit beeinträchtigen kann. Da hilft es, wenn man die Schweizer besser lesen, verstehen und souveräner mit ihnen interagieren kann.

Inwiefern passt ti communication zu Ihrer Person? Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit?
In meinem Herzen bin ich Unternehmerin und denke immer primär aus der Optik des Kunden: Was benötigt er wirklich zur bestmöglichen Zielerreichung, wie können wir ihn am besten unterstützen, welchen Service würde ich mir an seiner Stelle wünschen? Zudem sind für mich Werte wie Ehrlichkeit, Teamwork ,analytisch-strategisches Verständnis zentral. Mit der Professionalität und dem Serviceverständnis von ti communication kann ich mich sehr gut identifizieren und die hohen Qualitätsansprüche unserer Kunden optimal erfüllen.

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Neue Vertretung in Zürich

Neue Vertretung in Zürich
Dorothea Hegner interkulturelle Trainerin Schweiz
ti communication ist vor Ort für Sie da - weltweit und jetzt auch in der Schweiz!

Wir sind Ihr Team vor Ort für Ihren internationalen Erfolg! Nachdem im Januar dieses Jahres unsere Vertretung in China eröffnet wurde, folgt jetzt der Startschuss für ti communication in der Schweiz.

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