T’is the Season – Alle Jahre wieder…

Weihnachten-International-Diversity


Gerade komme ich aus Kalifornien zurück, wo ich mit meiner Familie Thanksgiving gefeiert habe. Truthahn, offenes Feuer im Kamin, Pumpkin Pie, Cranberry Sauce und die Familie um einen großen Tisch versammelt. Und gleich nach Thanksgiving beginnt überall in den USA die Weihnachtszeit, in den Geschäften, den Häusern, Straßen und Vorgärten. Das hat mir wieder einmal die Unterschiede vor Augen geführt, wie unterschiedlich Weihnachten in Amerika, meiner Heimat, und Deutschland, dem Land, in dem ich seit nun vierzehn Jahren lebe, gefeiert wird.


Als ich ein Kind war, bin ich in Palo Alto, im Silicon Valley, gleich um’s Eck der Stanford University in die Grundschule gegangen. Unsere Schule war immer besonders stolz darauf, dass wir Schüler aus mindestens 30 Nationen hatten. Das Motto lautete „Friends around the World“. So habe ich bereits damals ganz unterschiedliche Festtagstraditionen rund um Weihnachten kennengelernt, z.B. Chanukka oder auch Kwanzaa, ein in USA besonders unter Afroamerikanern verbreitetes, nicht-religiöses Fest, das im Zuge der Black-Power-Bewegung entstand. Islamische oder auch buddhistische Rituale gehörten bei uns zum Schulalltag.
Doch nochmal kurz zurück zu Thanksgiving und Weihnachten. Ersteres ist eine Art amerikanisches Nationalheiligtum und oft der einzige Tag, an dem alle Amerikaner Urlaub haben. Es ist der Beginn der „besinnlichen Zeit“. Weihnachten, oder besser, die Holiday-Season ist dagegen vielfältiger und diverser. In den Läden findet man neben der Menora, dem siebenarmigen Leuchter der Juden, Snoopy, verkleidet in einem traditionellen mexikanischen Poncho der Feliz Navidad singt und Santa-Puppen, die unter ihrem weißen Rauschebart „Ho-ho-ho“ grölen. Ja, diese Vielfalt ist die große Stärke der Amerikaner, gleichgültig, was in der letzten Zeit über die USA gesprochen und geschrieben wird.


Amerikanische „Besinnlichkeit“ rund um Weihnachten ist laut und mit allen Sinnen erfahrbar: überall Weihnachtlieder, Lichtshows in den Straßen und an den Häusern, die Shoppingmalls duften nach Zimt und Vanille, um die Menschen zu noch mehr Konsum anzuregen. Welch‘ ein Unterschied zur deutschen „Besinnlichkeit“. Hier ist die Weihnachtszeit geprägt von Ruhe und innerer Einkehr, die „Staade Zeit“, eine Zeit zum Abschalten und Ausruhen. Doch ganz stimmt der Gegensatz dennoch nicht. Wie so oft im Kulturvergleich, nicht nur zwischen USA und Deutschland, wird derselbe Begriff, hier „Besinnlichkeit“, unterschiedlich ausgelegt. Auch in Amerika ist Weihnachten eine Zeit der Besinnung, der Besinnung auf die Gemeinschaft, die Zuwendung an Hilfsbedürftige und Schwache in der Gesellschaft, Besinnung anderen zu helfen und das, was man Gutes erfahren durfte, zurückzugeben. Und so beginnt die amerikanische Besinnlichkeit eben doch schon an Thanksgiving. Als wir alle um den großen Tisch saßen, haben alle reihum erzählt, wofür sie besonders dankbar sind.
Zurzeit werden die Vereinigten Staaten, vor allem in der Betrachtung von außen, sehr negativ dargestellt, auch hier in Deutschland. Vielleicht sollten wir uns alle jetzt zur Weihnachtszeit auch darauf besinnen, dass Außenpolitik nicht Innenpolitik ist, das Regierungen und die Menschen, die in einem Land leben, nicht dasselbe sind und dass die USA immer noch ein Land sind, in dem Vielfalt zelebriert und gelebt wird.


Ihnen allen wünsche ich in diesem Sinne ein besinnliches Weihnachtsfest und Happy Holidays!

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