"Streit ist der Vater des Fortschritts"

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Im Durchschnitt verbringen Angestellte 12% ihrer Arbeitszeit damit, Konflikte auszutragen. Bei Unternehmen mit über 500 MitarbeiterInnen ist sogar eine weitaus höhere Konfliktanfälligkeit zu beobachten. Mediation ist eine der aussichtsreichsten Methoden, dem entgegenzuwirken.

Frau Müller und Frau Held arbeiten in der Produktionsabteilung eines Automobilherstellers. Frau Müller ist als Produktionsleiterin die Vorgesetzte  der Teamleiterin Frau Held. Beide Frauen haben unterschiedliche Ansichten, wenn es um die Protokollierung der täglichen Stückzahlen geht. Es kommt zum offenen Streit.

Das oben genannte Beispiel könnte einigen von Ihnen bekannt vorkommen. Konflikte sind ein Alltagsphänomen. Bei Unternehmen, in denen MitarbeiterInnen im Durchschnitt 40 Stunden die Woche miteinander arbeiten, stellen Konflikte eher die Regel als die Ausnahme dar. Jeder Betrieb pflegt eine eigene Unternehmenskultur und somit auch eine eigene Streitkultur. Streitigkeiten können in verschiedenen Unternehmen in ähnlicher Weise auftreten, aber die Streitkultur des jeweiligen Unternehmens entscheidet über den Umgang damit. Die Frage ist demnach: Wie geht man konstruktiv mit Konflikten in der eigenen Arbeitswelt um?
Auseinandersetzungen und Konflikte im Arbeits- und Wirtschaftsleben verursachen Kosten. Dass diese durchaus zu evaluieren sind, zeigt die Konfliktkostenstudie der KPMG AG. Ziel dieser Studie war es, Konfliktkosten von Unternehmen transparent zu machen, und somit eine Strategie zur Optimierung der Ausgaben zu entwickeln. Dabei zeigt sich, dass sich bei einem Unternehmen mit 100 MitarbeiterInnen die Konfliktkosten im Jahr schon in sechsstelligen Sphären befinden können.
Neben der Schulung von Führungskräften ist Mediation ein erfolgversprechendes Instrument im Konfliktmanagement. Der Effizienzverlust aufgrund von Auseinandersetzungen ist zeitlich nicht abzuschätzen, da entweder Konflikte ausgesessen, ignoriert oder offen mit sichtbaren Konsequenzen ausgetragen werden. Es empfiehlt sich daher, einen mediativen Ansatz in Konfliktsituationen heranzuziehen.
Dabei wird die Mediation als ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren verstanden, in dem die beteiligten MitarbeiterInnen oder Abteilungen freiwillig und in Eigenverantwortung zur Lösungsfindung und Beilegung des Konflikts beitragen. In diesem Prozedere ist der/die MediatorIn zur Allparteilichkeit gegenüber den MediandInnen verpflichtet und übernimmt die Leitung des Verfahrens.
Das Mediationsverfahren wird als ein Prozess gesehen, der auch gleichzeitig Strukturerkenntnisse im Unternehmen fördern kann. Ergebnisse der Konfliktforschung zeigen, dass eine unbegründete Negativität an Konflikten lastet. Sie können aber durchaus impulsgebend sein und Innovationen bewirken. Konflikte sind immer da und werden immer da sein, also warum sollte man sie nicht als Chance zur aussichtsreichen Veränderung sehen? Konfliktoptimismus eben.
Einer weiteren Studie zufolge, bei der 300 mittelständische und Großunternehmen befragt wurden, gaben ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen an, schon einmal externe MediatorInnen engagiert zu haben. Dabei waren über 80% der Befragten mit der Leistung der MediatorInnen sehr zufrieden. Das Potential eines Mediationsverfahrens ist also durchaus da, nur müsste es öfters zum Einsatz kommen. Eine Streitkultur kann man auch initiieren und kultivieren. Mediation ist hierbei eine wirksame Methode. Im Falle von Frau Müller und Frau Held führte ein Mediationsverfahren dazu, dass versteckte Motive beider Seiten ans Tageslicht kamen und Verständnis füreinander geweckt wurde. Dadurch konnte der Konflikt innerhalb kürzester Zeit beigelegt werden.

Haben Sie Bedarf? Wenden Sie sich an uns, wir können Ihnen weiter helfen: contact@ticommunication.eu

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Mittwoch, 18. Juli 2018

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