Genderisierung: Die geschlechtergerechte Sprache auf dem Vormarsch – oder doch nicht?

Genderisierung:  Die geschlechtergerechte Sprache auf dem Vormarsch – oder doch nicht?

Liebe Leser,
liebe Leserinnen und Leser oder
liebe LeserInnen

welche Anrede optisch die Schönste ist, ist wohl Geschmackssache. Mittlerweile jedoch scheint das „Gendern“ eine immer größere Auswirkung auf die europäischen Muttersprachen auszuüben.
Die Gesellschaft spaltet sich dabei in zwei Gruppen. Jene, die eine Gleichstellung  der Geschlechter auf sprachlicher Ebene begrüßen und auf der anderen Seite diejenigen, die darin eine „Verunstaltung‘‘ unserer Ausdrucksweise sehen. ti communication legt großen Wert darauf, alle TrainerInnen und TrainingsteilnehmerInnen gleichbrechtigt auf einer Ebene anzusprechen.

Die Gender-Kontroverse hat vor allem in Österreich immer höhere Wellen geschlagen. Gerade wenn es um das Thema „Binnen-I“ (siehe dritte Variante der Anrede) geht, erhitzen sich die Gemüter. Im Sommer hat das Normungsinstitut „Austrian Standards“ das „Komitee zur Regelung des Schriftverkehrs“  aufgelöst, welches die Abschaffung des Binnen-I gefordert hat. Nun wurde jedoch von eben diesem Institut selbst entschieden, dass das Binnen-I zukünftig doch nicht als Norm geregelt wird.
 
In den skandinavischen Ländern wird über Gendern nicht mehr diskutiert, es gehört mittlerweile zum Alltag. In Schweden beispielsweise wurde das geschlechtsneutrale Pronomen  „hen“ in das Wörterbuch übernommen. Es ist eine Mischung zwischen „hon“ (sie) und „han“ (er). Mit „es“ kann dieses Wort nicht ins Deutsche übersetzt werden, da dafür bereits eine andere Übersetzung existiert. Auf der Suche nach einer korrekten deutschen Übersetzung würden Begriffe wie „eos“ (er oder sie) oder „sur“ (sie und er) entstehen.

Der Global Gender Gap Report 2014  des World Economic Forum (http://reports.weforum.org/global-gender-gap-report-2014/) ist ein Länderranking, welches die Gleichstellung von Mann und Frau bewertet. Dabei werden neben der Sprache noch  weitere Kriterien untersucht:

-Wirtschaftliche Chancen und Teilhabe
-Bildung
-Politische Teilhabe
-Gesundheit und Überlebenschancen

Die ersten Plätze haben die skandinavischen Länder unter sich ausgemacht. (1. Island / 2. Finnland / 3. Norwegen / 4. Schweden) Deutschland befindet sich auf Platz 12, Österreich folgt auf 36. Deutlich wird, dass in Europa ein starker Kontrast zwischen Nord-West und Süd-Ost herrscht. Währen die Schweiz (Platz 11) und Frankreich (Platz 16) weit vorne im Tableau liegen, muss man in der Liste weit nach unten gehen bis Italien (Platz 69) und Tschechien (Platz 96) erscheinen.

Eine geschlechtsneutrale Sprache trägt natürlich zu einer Verkleinerung  der „Gender Gap“ bei. Doch oftmals werden vor allem „gegenderte“ Artikel und Texte als nicht leserfreundlich empfunden.  Deswegen bleibt es spannend zu sehen, ob und wann sich das Gendern weiterverbreiten wird oder es sich dabei nur um einen vorübergehenden Sprach-Trend handelt.

Liebe Leser, liebe Leserinnen und Leser und liebe LeserInnen - wie sehen Sie das? Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Das erste mal – Hurra, ich werde Chef! Was Nachwu...
Interkulturelles Management ist wie Kochen auf hoh...
 

Kommentare

Gäste - Gabriele Treiber am Mittwoch, 10. Dezember 2014 16:48

Ach du grüne Neune - jetzt wird wieder ge-genderd! Wann haben wir es endlich erreicht, dass ein Mensch nach seiner Persönlichkeit und seiner Leistung, seiner Ansicht und seinem ureigensten Ich-Sein beurteilt und betitelt wird? In unserer schönen Sprache haben wir nun mal drei Geschlechter: männlich, weiblich, sächlich. So. Es gibt Männer und Frauen. So. Gleichberechtigung muss gelebt und realisiert werden und nicht ge-genderd . Das sind nur Nebenschauplätze in einer Gesellschaft, die es nicht auf die Reihe bringt, würdevoll miteinender und gleichberechtigt umzugehen. Deshalb: Finger weg von irgendwelchen Konstruktionen, sorgt für ehrliche Arbeitsbedingungen, dann brauchen wir uns keine Gedanken über Binnen-I, mann, frau oder sonstige Dummheiten sprachlicher Natur zu machen!
Ihre Gabriele Treiber
Hausfrau, Mutter, Redakteurin, Presbyter, Pferdefreund und vieles mehr -

Ach du grüne Neune - jetzt wird wieder ge-genderd! Wann haben wir es endlich erreicht, dass ein Mensch nach seiner Persönlichkeit und seiner Leistung, seiner Ansicht und seinem ureigensten Ich-Sein beurteilt und betitelt wird? In unserer schönen Sprache haben wir nun mal drei Geschlechter: männlich, weiblich, sächlich. So. Es gibt Männer und Frauen. So. Gleichberechtigung muss gelebt und realisiert werden und nicht ge-genderd . Das sind nur Nebenschauplätze in einer Gesellschaft, die es nicht auf die Reihe bringt, würdevoll miteinender und gleichberechtigt umzugehen. Deshalb: Finger weg von irgendwelchen Konstruktionen, sorgt für ehrliche Arbeitsbedingungen, dann brauchen wir uns keine Gedanken über Binnen-I, mann, frau oder sonstige Dummheiten sprachlicher Natur zu machen! Ihre Gabriele Treiber Hausfrau, Mutter, Redakteurin, Presbyter, Pferdefreund und vieles mehr -
Gäste - Studentin der IKK am Dienstag, 13. Januar 2015 11:07

Sprache schafft aber nun auch Realität.
Man kann es aber natürlich einfach so hinnehmen, dass wir drei Genusmöglichkeiten im Deutschen haben...

Sprache schafft aber nun auch Realität. Man kann es aber natürlich einfach so hinnehmen, dass wir drei Genusmöglichkeiten im Deutschen haben...
Gäste - Gerhard Hain am Freitag, 12. Dezember 2014 11:04

Die Sprache ist immer ein Ausdruck des Denkens. Sicherlich führt die gegenderte Sprache nicht zu Gleichstellung von Frauen. Anderer seits einen Vortrag damit zu beginnen "Ich verwende die männliche Form, aber die Frauen sollen sich damit auch angesprochen fühlen." ist unsauber und bedeutet eigentlich nur, so wie es ist ist es gut so. Wer Frauen ebenfalls ansprechen will, soll es gefälligst auch tun. Gendern trägt nicht zur wirtschaftlichen Gleichstellung bei, sondern einfach nur zur Einbeziehung aller in den Vortrag, den Text oder in die Diskussion. Und das ist es allemal Wert auch wenn es sich nicht immer "gewohnt schön" liest oder anhört.

Die Sprache ist immer ein Ausdruck des Denkens. Sicherlich führt die gegenderte Sprache nicht zu Gleichstellung von Frauen. Anderer seits einen Vortrag damit zu beginnen "Ich verwende die männliche Form, aber die Frauen sollen sich damit auch angesprochen fühlen." ist unsauber und bedeutet eigentlich nur, so wie es ist ist es gut so. Wer Frauen ebenfalls ansprechen will, soll es gefälligst auch tun. Gendern trägt nicht zur wirtschaftlichen Gleichstellung bei, sondern einfach nur zur Einbeziehung aller in den Vortrag, den Text oder in die Diskussion. Und das ist es allemal Wert auch wenn es sich nicht immer "gewohnt schön" liest oder anhört.
Gäste - Frank Stelzer am Montag, 16. Februar 2015 15:51

Was soll die Gender-Sprache für ein "Ausdruck des Denkens" sein? Die Sprache wird durch diesen Gender-Wahn immer mehr pervertiert.
Was sagt denn folgender Satz aus? "Zwei Schüler stehen auf dem Schulhof zusammen"
Sind hier nur männliche Schüler gemeint? In diesem Fall ist doch einfach nur die Tatsache beschrieben, dass zwei Menschen, die eine Schule besuchen, zusammen stehen. Es ist doch nichts darüber ausgesagt, dass es sich um zwei männliche Schüler handelt.
Wenn Sie Schreibens "Liebe Leser" sind doch alle Menschen angesprochen, nicht nur männliche Leser. Es wird doch nur ein Sammelbegriff für alle Menschen benutzt, die Ihren Artikel lesen.
Die Sprache ist wichtig für ein Volk. Ja, sie entwickelt sich weiter - zwangsläufig. Aber das, was durch das "Gendern" passiert, ist krank!

Was soll die Gender-Sprache für ein "Ausdruck des Denkens" sein? Die Sprache wird durch diesen Gender-Wahn immer mehr pervertiert. Was sagt denn folgender Satz aus? "Zwei Schüler stehen auf dem Schulhof zusammen" Sind hier nur männliche Schüler gemeint? In diesem Fall ist doch einfach nur die Tatsache beschrieben, dass zwei Menschen, die eine Schule besuchen, zusammen stehen. Es ist doch nichts darüber ausgesagt, dass es sich um zwei männliche Schüler handelt. Wenn Sie Schreibens "Liebe Leser" sind doch alle Menschen angesprochen, nicht nur männliche Leser. Es wird doch nur ein Sammelbegriff für alle Menschen benutzt, die Ihren Artikel lesen. Die Sprache ist wichtig für ein Volk. Ja, sie entwickelt sich weiter - zwangsläufig. Aber das, was durch das "Gendern" passiert, ist krank!
Gäste - Gerhard Hain am Freitag, 20. Februar 2015 15:08

Ich stelle immer wieder fest, dass zum Thema Gendern Emotionen hochkochen. Jetzt wird in den täglichen Print- und Onlinemedien mit unserer Sprache ja wirklich sträflich und stellenweise einfach nur falsch umgegangen. Ein Aufschrei der Entrüstung höre ich nicht. Kaum gibt es einen kleinen Versuch, zumindest symbolisch eine Gleichstellung zwischen den Geschlechtern darzustellen, führt dies zu heftigen Reaktionen. Ich habe zu meinen Vorträgen, die immer gegendert sind, noch nie eine negative Reaktion erfahren. Ganz einfach: Es fällt niemanden auf. Meine Vorträge vergewaltigen die Sprache auch nicht und sind sicher nicht "krank" und auch nicht von "Wahn" geprägt. Welch eigenartige Sprachwahl! Ein Teil der anwesenden Frauen nimmt dies jedoch angenehm zur Kenntnis. Allein deswegen lohnt es sich schon.

Ich stelle immer wieder fest, dass zum Thema Gendern Emotionen hochkochen. Jetzt wird in den täglichen Print- und Onlinemedien mit unserer Sprache ja wirklich sträflich und stellenweise einfach nur falsch umgegangen. Ein Aufschrei der Entrüstung höre ich nicht. Kaum gibt es einen kleinen Versuch, zumindest symbolisch eine Gleichstellung zwischen den Geschlechtern darzustellen, führt dies zu heftigen Reaktionen. Ich habe zu meinen Vorträgen, die immer gegendert sind, noch nie eine negative Reaktion erfahren. Ganz einfach: Es fällt niemanden auf. Meine Vorträge vergewaltigen die Sprache auch nicht und sind sicher nicht "krank" und auch nicht von "Wahn" geprägt. Welch eigenartige Sprachwahl! Ein Teil der anwesenden Frauen nimmt dies jedoch angenehm zur Kenntnis. Allein deswegen lohnt es sich schon.
Gäste - D. Bodo Zimmermann am Dienstag, 01. September 2015 00:34

Warum so kompliziert? Nicht einen zusätzlichen Artikel erfinden, sondern zwei abschaffen! "der" und "die" abschaffen (die Engländer haben es mit "the" schon vorgemacht). Es gibt nur noch den Artikel "das" im Singular. Im Plural kennen wir sowieso schon jetzt nur einen Artikel ("die"). Es heißt dann eben "das Leser" im Singular, und man wird sich daran gewöhnen, dass "Leser" beide biologischen Geschlechter anspricht. Außerdem tun sich dann alle leichter, die deutsche Sprache zu lernen. Und es bleibt bei der kurzen, dann Gender-freien, Ansprache "Liebe Leser".

Warum so kompliziert? Nicht einen zusätzlichen Artikel erfinden, sondern zwei abschaffen! "der" und "die" abschaffen (die Engländer haben es mit "the" schon vorgemacht). Es gibt nur noch den Artikel "das" im Singular. Im Plural kennen wir sowieso schon jetzt nur einen Artikel ("die"). Es heißt dann eben "das Leser" im Singular, und man wird sich daran gewöhnen, dass "Leser" beide biologischen Geschlechter anspricht. Außerdem tun sich dann alle leichter, die deutsche Sprache zu lernen. Und es bleibt bei der kurzen, dann Gender-freien, Ansprache "Liebe Leser".
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Montag, 17. Dezember 2018

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