Aloa – kleine Fehler, große Wirkung

Picture by David Kovalenko

Ein Beitrag von Dipl.-Ing. Raoul Michael Koether, CPMA - Trainer für ti communication

„Der Chef hat immer Recht!“ Vielfach gilt dieses Dogma in der Arbeitswelt, gerade in Betrieben, die stark hierarchisch organisiert sind. In den meisten Fällen, auch wenn der Chef nicht Recht hat, geht das glimpflich aus, denn es geht nicht um Leben und Tod. Aber genau deswegen ist das Fehlermanagement eine Disziplin, die sich in der Fliegerei entwickelt hat und in der Medizin langsam Einzug findet, aber auch für viele andere Unternehmen Sinn macht. Auch Fehler, die keine Menschenleben kosten, können teuer werden und Unternehmen und Arbeitsplätze gefährden.

 

Am 14. November 1990 zerschellt eine aus Mailand kommende DC-9-32 der Alitalia am Stadlerberg im Züricher Unterland. Die Maschine fliegt wegen des Defekts eines Anzeigeinstruments rund 300 Meter zu tief. Die Cockpitbesatzung richtete sich fatalerweise nach der defekten Gleitweganzeige des 47-jährigen Flugkapitäns und nicht nach dem intakten Instrument in der Konsole des 28-jährigen Co-Piloten, der das Landemanöver flog. Spätestens 19 Sekunden vor dem Aufprall schien der Co-Pilot endlich zu realisieren, dass das Flugzeug zu tief war. Er leitete sofort einen Durchstart ein. Der Kapitän allerdings befiehlt ihm, das Manöver umgehend abzubrechen und zum Sinkflug zurückzukehren. Ein Durchstarten gilt in Fliegerkreisen als Zeichen mangelnder beruflicher Kompetenz.


„Dort, wo Sie sitzen, liegt normalerweise meine Mütze!“ Das ist ein alter Pilotenspruch, der die geradezu militärische Hackordnung im Cockpit illustriert. Heute hören ihn junge PilotenInnen nur noch selten. Das liegt unter anderem daran, dass die Airlines ihre Mitarbeiter gründlich schulen, was Fehlerkommunikation und „Human Factor Training“ betrifft. Dabei geht es um klare Absprachen, Checklisten, um Kommunikation auf Augenhöhe, um Zuhören und nicht nur Aussprechen. Es geht um Sicherheitskultur, Fehler durch gemeinsame Entscheidungen zu minimieren, brenzlige Situationen zu erkennen und zu meistern. Am besten geht es darum, solche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen.


Ab dem kommenden Jahr bietet ti communication im Rahmen der offenen Trainings 2019 auch Workshops  zum Thema Fehlermanagement an, damit in Ihrem Unternehmen der Faktor Mensch nicht zum Risiko wird. Und natürlich geht es dabei auch um interkulturelle Kommunikation. Wie zum Beispiel bei der Anekdote eines bayerischen Busfahrers, der am nebligen Münchner Flughafen die Crew eines gerade gelandeten Flugzeugs abholen soll. Zu seiner Verwunderung steigt nur eine einzige Pilotin in den Bus. Mit einem kräftigen „Aloa“ begrüßt er die Passagierin, die polyglott mit einem hawaiianischen „Aloa“ zurückgrüßt. Während die erstaunt zurückgebliebene Crew den entschwindenden Rücklichtern des Busses nachblickt, klärt sich auf: Der Busfahrer hatte gar nicht hawaiianisch gegrüßt, sondern auf bayerisch gefragt, ob die Pilotin „allein“, also ohne Begleitung unterwegs sei.

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Sonntag, 21. Oktober 2018

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