„It´s your mind that creates the world!“ Christiane Barho istinsbesondere im internationalenKontext tätigund unterstützt Unternehmenweltweitals Coach, Beraterinund Trainerin. Mit ihrerlangjährigen Führungserfahrungaus internationalenUnternehmenund ihrer Expertise undSensibilität für inter- undintrakulturelle Unterschiedeist sie ein„alter Hase“ im Coachingbereich.
Während meiner Tätigkeit als Fach- und Führungskraft in internationalen Unternehmen hätte ich mir oft selbst gewünscht, einen Coach zur Seite zu haben, der weiß, was es heißt, eine Führungsnachfolge anzutreten. Der einen als Sparringspartner in der ersten Führungszeit unterstützt. Einen Coach, der Ahnung von den vielzähligen Erwartungen hat, die einem auf der Karriereleiter nach oben zunehmend begegnen. Und einen Coach, der einen Einblick in verschiedene Kulturen hat und der weiß, dass hier schlichtweg nochmals zusätzliche unterschiedliche Wertemodelle aufeinander treffen (können). Einen Coach, der nicht nur theoretisches Wissen, sondern eigene Führungserfahrung aus der Wirtschaft und der internationalen Zusammenarbeit mitbringt.
Im Groben: Ein klassisches Coaching besteht aus einem ersten Kennenlerngespräch, in dem es darum geht, Erwartungshaltungen zu klären und den Rahmen für die gemeinsame Arbeit abzustecken. Wesentlich ist hier natürlich auch der Aspekt ob Coach und Coachee miteinander arbeiten können. Dies kristallisiert sich aber im Verlauf des Gesprächs relativ schnell heraus.
Sobald eine Basis für die Zusammenarbeit geschaffen wurde, kommt es zum offiziellen Coaching-Vertrag. Eine Anzahl der Sitzungen wird ebenfalls zu Beginn definiert. In den Sitzungen, die in der Regel im ca. 4-6 wöchigen Rhythmus stattfinden, werden die Themen mit den Methoden, die jeweils für den Kontext passen, bearbeitet.
Der Fokus liegt darauf, den Coachee dahin zu entwickeln, die für ihn passenden Lösungen selbst zu entdecken, da dieser Weg von einer anderen Nachhaltigkeit geprägt ist. Daher ist der Coachee auch sehr in seiner Eigenverantwortung gefragt und wird dementsprechend von mir als Coach (heraus-) gefordert. In der Abschlusssitzung findet eine Evaluation mit Blick auf die ursprüngliche Zieldefinition sowie den Prozessverlauf statt.
Er wird zunehmend wichtiger! Bis vor einigen Jahren gab es ja ausschließlich interkulturelle Trainings. Führungskräfte werden nach wie vor von ihren Unternehmen an ausländische Standorte versetzt. Daran hat sich nichts geändert. Mittlerweile gibt es jedoch mehr Bewusstsein dafür, wie notwendig oder auch hilfreich ein interkultureller Leadership Coach an dieser Stelle ist.
Als ich mir 2003 das Thema „Interkulturelles Coaching“ mit auf meine Fahnen schrieb, wurde mir diese Frage am häufigsten gestellt. Im interkulturellen Training wird durch Wissen und Trainingssequenzen sensibilisiert. Es gibt Elemente, die auch im interkulturellen Coaching zum Einsatz kommen (können). Der Unterschied liegt darin, dass wir – analog zum klassischen Coaching – zunächst damit beginnen, eine Analyse der Situation (der aktuellen wie der zu erwartenden) vornehmen und die Themen heraus kristallisieren, die für den Coachee anstehen. Das weiteres Procedere ergibt sich anhand der Themen, die für den Coachee relevant sind. Interkulturelles Coaching ist zwar per se zielorientiert, aber hat natürlich einen wesentlichen höheren „Prozessarbeits-Charakter“ als interkulturelle Trainings und eine wesentlich höhere Intensität.
Da jeder Mensch einzigartig und jeder Kontext anders ist, gibt es viele Coachings, an die ich mich erinnere. Ad hoc fällt mir eine Führungskraft ein, die für einen der renommierten deutschen Automobilhersteller nun in Italien eine Managementaufgabe in der ersten Führungsebene übernehmen sollte.
Er sagte mir morgens gleich zu Beginn: „Frau Barho, ich weiß eigentlich nicht so genau was ich hier soll. Ich habe den chinesischen Markt und auch den mexikanischen Markt für unser Haus aufgerollt und jetzt gab mir unsere HR die Empfehlung, mit Ihnen einen interkulturellen Coachingtag als Vorbereitung für meine Aufgabe in Italien zu machen. Also … ausgerechnet für Italien sollte ich jetzt auch noch ein Coaching brauchen … Da bin ich ja mal gespannt …“
Seine Aussage zum Abschluss des Tages: „Ich hätte nicht gedacht, dass mir dieser Tag soviel bringt und dass ich vorher so blind durch die Welt gehen konnte. Mir wurde heute so vieles bewusst über das, was ich in der Vergangenheit falsch und richtig gemacht habe. Nun habe ich viel mehr Klarheit über mich, meinen Führungsstil und meine Kommunikationsweise, wie diese in verschiedenen Kulturen ankommt oder auch nicht und auf was ich jetzt in Italien achten werde …“
Sehr wichtig! Allerdings gibt es ja mittlerweile eine schon fast unübersichtliche Anzahl von Qualifizierungen. Da gilt es natürlich, auch genau hinzuschauen, wo und was genau gemacht wird. Eine Coachingzertifizierung alleine qualifiziert aber noch nicht einen guten Coach!
Coaching per se mag eine Methode sein, die erlernbar ist. Damit ein Coach gut ist, bedarf es aber einiger zusätzlicher Aspekte: Dazu gehören eine gewisse Lebens- und Arbeitserfahrung, idealerweise auch in Führungspositionen. Dazu gehört die Fähigkeit gut zuhören zu können und eine gewisse innere Gelassenheit, denn es geht in erster Linie darum, den anderen in seiner Welt zu verstehen und eine gute Beziehungsebene herzustellen.
Es gehört aber auch zum Rüstzeug eines guten Coachs die Chuzpe zu haben, seinen Klienten herauszufordern, denn Lernen und Umdenken geschieht nur an Grenzen. Ein guter Coach braucht darüber hinaus eine positive Grundhaltung, eine ordentliche Toolbox an Methodenmix und analytisches Denkvermögen, um nur einige der wesentlichen Elemente zu nennen.
Die Fragen stellte Janina Mülheims, ti communication in Regensburg.
Gesprächskreis von der Hochschule Regensburg und ti communication – Unternehmer und Wissenschaftler tauschen sich aus
20.04.2012 Vortrag von Gerhard Hain zum Thema „Nach eins kommt manchmal drei“
Andreas Hauser fungiert seit Anfang des Jahres als neuer Project Manager von ti communication
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