Eine Entsendung zieht eine Vielzahl an Veränderungen nach sich. Besonders für die betroffenen Kinder kann das Leben in einer fremden Kultur auf einmal Kopf stehen. Mit einer altersgerechten Vorbereitung ünterstützt ti communication die Kinder von Expatriates auf ihrem Weg in das jeweilige Zielland.
Ti communication sprach hierfür mit Hilly van Swol-Ulbrich, die gebürtige Niederländerin und als freiberufliche Trainerin für ti communication tätig ist. Ihre langjährige Erfahrung in der Arbeit mit international mobilen Familien hat sie zu einer Pionierin in der Vorbereitung von Expatriatekindern gemacht.
Was hat Sie dazu bewogen, speziell auch interkulturelle Trainings für die Kinder von Expatriates anzubieten?
Schlicht und einfach: die Nachfrage. Einerseits hatten TeilnehmerInnen in interkulturellen Trainings den Wunsch nach einer entsprechenden Auslandsvorbereitung für ihre Kinder indirekt geäußert: Eltern fragten mich um Rat und Input, inwiefern man auch die Kinder auf eine anstehende Entsendung vorbereiten kann. Zudem sind Firmenkunden an mich herangetreten, die einen akuten Bedarf in der Unterstützung einer Familie mit Kindern hatten und mich um Hilfe baten.
Warum ist es gerade so wichtig, auch die mitausreisenden Kinder bestmöglich auf ein Leben in einer fremden Kultur vorzubereiten?
Der Einfluss eines neuen Lebensabschnitts in einer fremden Kultur ist auf die Kinder nicht kleiner als auf die Eltern. Nur können die Kinder die Veränderungen nicht so abstrahieren wie Erwachsene dies können. Das heißt die Reaktionen - sowohl negative, als auch positive - seitens der Expatkids sind manchmal sehr unmittelbar und für die Eltern nur schwer zu deuten. Dieser Umstand wird bei der Entsendevorbereitung vom Mutterkonzern teils verkannt. Dadurch können sich sowohl familien-, als auch unternehmensinterne Probleme ergeben, die im Nachhinein schwerer zu lösen sind.
Welche wesentlichen Erkenntnisse wollen Sie den Kindern in Ihren Trainings auf dem Weg in einen fremden Kulturkreis mitgeben?
Dies ist selbstverständlich altersbedingt. Bei den kleinen Kids ist es wichtig, das Positive eines längeren Auslandsaufenthalts zu stärken. Mit ganz konkreten, nachvollziehbaren Beispielen sollen die Expatkids auf das Zielland neugierig gemacht werden. Indem man ihnen zum Beispiel einen Ponyritt in New Jersey oder einen Wildpark in Südafrika schmackhaft macht, kann man den Kindern die neuen, tollen Möglichkeiten aufzeigen, die ein Leben in einem fremden Land mit sich bringt.
Welche Methoden wenden Sie an, um den Kindern die Trainingsinhalte altersgerecht zu vermitteln?
Ja, hier lächelt das Trainerherz – hier sind uns keine Grenzen gesetzt. Es gibt eine riesengroße Auswahl von kulturspezifischen Spielen und Lernaufgaben, die jeweils für Kind und Zielland maßgeschneidert sind. Darüber hinaus stelle ich den Kindern kreative Aufgaben, wie zum Beispiel basteln, um die Kids zum Nachdenken zu bringen. Verknüpft sind diese Module mit weiterführenden, suggestpädagogischen Elementen, mit denen ich die Kids an das jeweilige Zielland spielend heranführe. Hierbei gibt es aber einen ganz wichtigen und nicht zu vernachlässigenden Faktor: Man muss sich als TrainerIn den Kindern offen und ehrlich gegenüber verhalten, mit Herz und Seele arbeiten und darf vor allem nicht schauspielern. Bei jedem Training mit Expatkids muss ich mein eigenes Ich und meine Verletzbarkeit auf die Waagschale legen. Deshalb kann es manchmal schwerer sein, den Kleinen gerecht zu werden als den Erwachsenen. Kinder sind nun mal brutal ehrlich und lassen sich nicht „kaufen“!
Inwieweit ändert sich die Einstellung der Kinder zu einer fremden Kultur vor, während und nach einem Training?
Das ist sehr unterschiedlich! Manchmal kommt es vor, dass sich Kinder vor einem interkulturellen Training beschweren und sagen: „Man hat mich gar nicht gefragt, ob ich hier teilnehmen will – ich habe bei dem Ganzen ja eh nichts zu sagen.“ Diese Einstellung seitens der Kids kommt vor allem dann zum Tragen, wenn die Eltern ihre Kinder zu wenig in ihre Entsendevorbereitungen einbeziehen. Manchmal kann man das den Eltern aber gar nicht verübeln. Die noch verbleibende Zeit bis zur Entsendung ist relativ knapp und die Eltern müssen noch eine Vielzahl von Dingen geregelt bekommen. Um so schöner für mich als Trainerin ist es dann, wenn ich sehe, dass ich die Aufmerksamkeit der Kids im Training wecken kann, ich für sie zu einer vertrauenswürdigen Person werde, denen sie ihre Ängste und Sorgen anvertrauen können und ich ihnen diese durch unser gemeinsames Training nehmen kann.
Welchen Nutzen haben Unternehmen davon, auch die Kinder von Expatriates auf ihren Auslandsaufenthalt vorzubereiten?
Indem Unternehmen in ihre Entsendevorbereitung interkulturelle Trainings für Kinder integrieren, können sie ihren guten Willen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unter Beweis stellen. Durch diese Rundumbetreuung werden MitarbeiterInnen mit Kindern Entsendungen prinzipiell positiver gegenüber stehen. Dies wiederum hat für das Unternehmen den Vorteil, dass es bei Personalplanungen auf einen größeren Pool an potentiellen Mitarbeitern zurückgreifen kann. Eine optimale Vorbereitung sowohl für die Eltern, als auch für die Kinder minimiert zudem das Risiko eines Entsendeabbruchs.
Die Fragen stellte Janina Mülheims, ti communication
in Regensburg.
Gesprächskreis von der Hochschule Regensburg und ti communication – Unternehmer und Wissenschaftler tauschen sich aus
20.04.2012 Vortrag von Gerhard Hain zum Thema „Nach eins kommt manchmal drei“
Andreas Hauser fungiert seit Anfang des Jahres als neuer Project Manager von ti communication
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